Import für KMU: Formalitäten rund um den Zoll

KMU, die im Importgeschäft tätig sind, haben die Pflicht, jede Ware, die über die Schweizer Grenze geliefert wird, bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) anzumelden.

Im Handelswarenverkehr erfolgen die wichtigsten Importformalitäten vor, während und nach der Abfertigung der Waren am Zoll.

Elektronische Importplattform

Auf der elektronischen Importplattform werden technische Vorschriften für die Einfuhr von Produkten in die Schweiz zur Verfügung gestellt. Die Seite erleichtert das Auffinden der für die verschiedenen Produkte anwendbaren Vorschriften und Regelungen, die beim Inverkehrbringen in der Schweiz zu beachten sind. Die Importplattform informiert auch über Produkte, die beispielsweise aufgrund von staatsvertraglichen Vereinbarungen, insbesondere mit der Europäischen Union, in der Schweiz vereinfacht auf den Markt gebracht werden können.

Vor dem Zoll

Jede Ware aus dem Ausland muss mit Begleitdokumenten versehen sein, auf denen insbesondere der Wert, das Gewicht, die Herkunft und die Zolltarifnummer der Ware vermerkt sein müssen, damit der Zollansatz ermittelt werden kann.

Diese Dokumente können beispielsweise in Form eines Lieferscheins (aus Sicht des Schweizer Zolls nicht verpflichtend, aber sehr nützlich) oder einer Rechnung ausgestellt werden. Die Begleitdokumente müssen vom Exporteur der Ware ausgestellt werden. Er kann der Lieferung auch ein Ursprungszeugnis beifügen, das den Ursprung der Ware belegt.

Beim Zoll

Wenn die Ware an der Schweizer Grenze eintrifft, ist der Spediteur (Fahrer oder Speditionsunternehmen) für die Zollanmeldung zuständig. Das Verfahren gliedert sich in mehrere Schritte:

  • Der Spediteur entnimmt die Ware und die Begleitdokumente (Lieferschein, Ursprungszeugnis, Rechnung).
  • Vor der Anmeldung kann er die Ware überprüfen. Dann füllt er ein Formular mit der Bezeichnung "Gestellung" aus. Dieses Dokument enthält Angaben wie Art der Ware, Gewicht, Wert, Herkunft, Empfänger usw. Die Gestellung dient ausschliesslich dazu, der EZV mitzuteilen, dass sich die Waren in der Zollstelle oder an einem anderen von der EZV zugelassenen Ort befinden.
  • Zusätzlich zum Ausfüllen der Gestellung muss der Spediteur die Ware entsprechend ihrer zollrechtlichen Bestimmung (endgültige oder vorübergehende Einfuhr, Verbringung in ein Zollfreilager, Transit) anmelden. In der Regel melden die Spediteure die Waren über die elektronische Plattform e-dec an.
  • Bei der Anmeldung wird die Gestellung von der Zollstelle mit den Begleitdokumenten verglichen. Die Ware kann einer Beschau unterzogen werden.
  • Läuft das Verfahren ohne Beanstandung ab, stellt die Zollstelle ein Dokument zur Warenfreigabe aus.

Nach dem Zoll

Für Einfuhren aus dem Ausland werden grundsätzlich zwei Arten von Abgaben fällig: die Zollabgaben und die Mehrwertsteuer. Hinzu kommen verschiedene allfällige Steuern und Gebühren (Alkoholmonopolgebühren, Tabaksteuer, Mineralölsteuer usw.). Bei der Anmeldung stellt die Zollstelle die Entscheide über die Verzollung und die Mehrwertsteuer als Information für das importierende Unternehmen zusammen.

Es stehen zwei Zahlungsmodalitäten zur Auswahl:

  • Die Unternehmen können bei der EZV ein Konto eröffnen, von dem die Abgaben direkt abgebucht werden. Der Spediteur gibt auf der Einfuhrzollanmeldung an, ob die Gebühren von seinem eigenen Konto oder von dem des Importeurs abgebucht werden sollen.
  • Der Spediteur oder das Exportunternehmen können die Zollgebühren vorstrecken und sich anschliessend vom Importunternehmen erstatten lassen. Diese Variante ist in der Regel teurer.

In jedem Fall stellt der Spediteur dem Importunternehmen den Transport der Ware und die am Zoll geleistete Arbeit in Rechnung.

Freihandelsabkommen

Da die Schweiz mit einigen Staaten Freihandelsabkommen geschlossen hat, sind bestimmte Waren nicht oder nur vermindert zollpflichtig. Die in diesen Abkommen vereinbarte Vorzugsbehandlung gilt jedoch nur für Waren, die die Ursprungsbestimmungen erfüllen und für die ein gültiges Ursprungszeugnis vorgelegt wird. Die übrigen Steuern und Gebühren einschliesslich der Mehrwertsteuer werden weiterhin fällig.

Das Exportunternehmen ist dafür zuständig, zu prüfen, ob die Ware von einem Freihandelsabkommen erfasst ist, und gegebenenfalls das notwendige Ursprungszeugnis auszustellen. In der Regel kümmern sich die Spediteure darum, zu prüfen, ob die eingeführte Ware mit einem solchen Ursprungszeugnis versehen ist. Die Unternehmen sollten sich jedoch nach Erhalt der Ware und der entsprechenden Rechnungen vergewissern, dass die richtigen Zolltarife angewendet wurden.


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Informationen

Letzte Änderung 30.12.2015

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