Die Digitalisierung der KMU in der Schweiz: ein Schlüsselfaktor

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Die Unternehmen müssen ihre Arbeitsweise anpassen und eine digitale Transformation durchführen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Definitionen und Beispiele.

KMU machen 95% der Wirtschaftslandschaft der Schweiz aus. Die Digitalisierung dieser Unternehmen ist also ein wichtiges Element, um dem Land zu ermöglichen, im europäischen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Denn die Schweiz ist zwar arm an Rohstoffen, aber reich an umfassendem Know-how im Bereich von Basistechnologien wie Mikrotechnik und Präzisionsmechanik. Dank dieser Trümpfe kann sie die Fortschritte, welche die Digitalisierung bietet, gewinnbringend nutzen.

Ausserdem investiert die Schweiz einen grossen Teil ihrer finanziellen Ressourcen in die Bildung. Damit sichert sie sich eine grössere Offenheit für Innovationen und schafft eine besonders vielfältige Unternehmenswelt, die auf die Veränderungen im Zusammenhang mit dem technologischen Fortschritt schnell reagieren kann. Insofern nimmt die Digitalisierung in Kombination mit technologischem Know-how und Bildung einen wichtigen Platz in der wirtschaftlichen Positionierung des Landes gegenüber der internationalen Konkurrenz ein.

Definition

Digitalisierung, auch als Industrie 4.0 oder Industrie 2025 bezeichnet, besteht darin, ein Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, indem Innovationen aus der Informatik eingesetzt werden. Mithilfe der Digitalisierung kann die Effizienz des Unternehmens optimiert werden, und zwar in Bezug auf seine Strategie, seine Produktion und seine Kundenbeziehungen.

1. Daten

Die Nutzung digitaler Daten verändert das Verhältnis zum Informationsfluss im Unternehmen. Der Austausch wird einfacher und schneller. Die Daten können in Echtzeit übertragen werden und sind sofort verfügbar, sodass die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens verbessert werden kann.

2. Produktion

Bei der Produktion ermöglicht die Digitalisierung dem Unternehmen, auf voll automatisierte Systeme oder Maschinen zurückzugreifen. Dazu gehört, dass man die Produktion exakt verfolgen kann, zum Beispiel über eine mobile App. Falls ein Problem entsteht, kann es zügig und aus der Ferne behoben werden. Mit einem solchen Instrument wird nicht nur eine Nachverfolgbarkeit gewährleistet, mit der sich Fehler rasch finden lassen, sondern es hilft auch dabei, diese schon im Vorfeld zu vermeiden.

3. Kunden

Auch die Kundenbeziehungen verändern sich durch die Digitalisierung. Der digitale Fortschritt ermöglicht hier eine genauere Identifizierung der Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden. So kann das Unternehmen seine Dienstleistungen besser auf seine Zielgruppe ausrichten.

Praxisbeispiele

  • Elite hat die Matratzen, die es herstellt und an die Hotellerie vermietet, mit Sensoren ausgestattet. So kann das waadtländische KMU seinen Kunden die tatsächliche Nutzung der Matratzen in Rechnung stellen (s. Monatsthema).
  • Swiss Tools hat die digitale Wende schon früh in Angriff genommen. Das Berner Unternehmen baut digitale Komponenten in seine Werkzeuge ein (s. Interview)
  • Die Clinique de Genolier hat sich dazu entschlossen, ihren gesamten Rechnungslegungsprozess vom Verbandswechsel in der Klinik bis zum Eintreffen der Rechnung beim Kunden zu digitalisieren (s. Monatsthema).

Quellen: EY-Studie (20. März 2019), Umfrage "Digitaler Test" des SECO (2018), Dossier "Digitalisierung" der Bank Raiffeisen (2017), Artikel des KMU-Portals aus der Rubrik Aktuelles.


Informationen

Letzte Änderung 14.11.2019

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