Digitalisierung als mehrstufiger Prozess

Für eine gelungene Digitalisierung muss ein Unternehmen eine ganze Reihe von Schritten durchführen – von der Analyse der digitalen Reife bis zur Lancierung des Geschäftsmodells.

Ein KMU, das die digitale Wende vollziehen will, muss Veränderungen in seinen Kundenbeziehungen, der Datennutzung sowie im Bereich der Prozess- und Produktautomatisierung vornehmen. Ausgangspunkt für die Digitalisierung sind die Ressourcen, über die das KMU verfügt. Bevor irgendeine Veränderung durchgeführt oder ein neues Programm gekauft wird, sollte man die digitale Reife des Unternehmens analysieren.

Den Grad der digitalen Reife einschätzen 

Der Standpunkt eines Unternehmens beim Thema Digitalisierung bemisst sich daran, welche technologischen Kenntnisse es hat und wie hoch seine Motivation ist, dieses Know-how zu erweitern und anzuwenden. Fragebögen zur digitalen Reife (Digital Maturity), die online oder von professionellen Beratern angeboten werden, erheben in der Regel folgende Aspekte:

  • Kundenerlebnis: Das Unternehmen hat die Möglichkeit eingeführt, mit dem Kunden zu interagieren, damit es Daten sammeln kann, die für die Anpassung des Marketings und der Kommunikation nützlich sind.
  • Produktinnovation: Die Firma hat ihre Produkte und Dienstleistungen an die digitalen Innovationen angepasst.
  • Strategie: Das Unternehmen räumt der Entwicklung digitaler Projekte Priorität ein und kann klar definieren, welche Kompetenzen es benötigt, um den Erfolg des Unternehmens zu garantieren.
  • Organisation: Die zur Verfügung stehenden Ressourcen reichen aus und das Unternehmen ist flexibel genug, um rasch auf technologische Entwicklungen reagieren zu können.
  • Digitalisierung der Prozesse: Das Unternehmen hat digitale Kanäle für die Kommunikation, die Prozesse und die Dienstleistungen eingeführt.
  • Teamarbeit: Die Zusammenarbeit zwischen den Beschäftigten erfolgt über digitale Plattformen und interne Fachleute garantieren, dass Fragen zum Thema Digitales geklärt werden können.
  • Informationstechnologie: Die interne IT-Abteilung ist in der Lage, neue Produkte und Dienstleistungen schnell zu integrieren.
  • Kultur und Expertise: Das digitale Fachwissen nimmt in der Entwicklung des Unternehmens einen zentralen Platz ein und die Beschäftigten beherrschen die digitalen Produkte.
  • Transformationsmanagement: Die digitale Transformation läuft nach einem strategischen Plan und anhand klar definiert Ziele ab.

Die 7 Schritte der Digitalisierung

  1. Das Unternehmen hat den ersten Schritt zu seiner Digitalisierung bewältigt: Die Analyse des Reifegrads ist abgeschlossen.
  2. Dann definiert es die möglichen Märkte, die Technologien, die es für seine digitale Transformation benötigt, die Zielgruppe sowie deren Erwartungen.
  3. In einem dritten Schritt führt es intern eine Analyse durch, die sich den Prozessen, den Daten und den Leistungen in Verbindung mit seiner Funktionsweise widmet.
  4. Mit den auf diese Weise gesammelten Daten kann es eine digitale Strategie und die Ziele seines digitalen Wandels festlegen.
  5. Diese Ziele dienen ihm in einem fünften Schritt dazu, eine umfassende Road Map zu erstellen und zugleich Veränderungen einzuführen, mit denen der digitale Wandel ins Rollen kommt.
  6. Danach sollte es sich darauf konzentrieren, wie diese Veränderungen innerhalb der Belegschaft gesteuert werden.
  7. Der letzte Schritt ist die Markteinführung des neuen Geschäftsmodells und die Anpassung des Marketings mit dem Ziel, die im KMU integrierten digitalen Tools zu optimieren.

Quellen: Digital Maturity & Transformation Report von der Universität St. Gallen und Crosswalk (2017); Interview "Wir haben die sieben Handlungsfelder für den digitalen Wandel in den KMU ausfindig gemacht" von Marc K. Peter der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW (März 2018).


Informationen

Letzte Änderung 26.09.2019

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