
(10.12.2025) Die Schweizer KMU blicken besorgt in die Zukunft: Nur 52% von ihnen schätzen ihre künftige Wirtschafslage positiv ein. Das sind 16 Prozentpunkte weniger als 2024 (68%), wie aus der KMU Mittelstandstudie 2025 hervorgeht, die vom Verband swiss export und der Unternehmensberatung Kearney durchgeführt wurde.
Mehr als zwei Drittel (70%) der befragten Unternehmen nennen die Aussenpolitik als grösstes Konjunkturrisiko (+29 Prozentpunkte gegenüber 2024). Fast die Hälfte (48%) ist besorgt über die unklaren Aussichten hinsichtlich der Abkommen mit der Europäischen Union, was einem Anstieg von 19 Punkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der gleiche Prozentsatz (48%) befürchtet auch einen Anstieg des Protektionismus (+28 Punkte).
Vor diesem Hintergrund, der durch die im August 2025 von den USA verhängten Zollschranken in Höhe von 39% noch verschärft wurde, bevor diese im November auf 15% gesenkt wurden, verzeichnen 27% der Unternehmen einen Umsatzrückgang. Während die Exporte in die USA und nach Asien zurückgehen, bleibt der Handel mit den europäischen Partnern stabil; jedoch reicht er nicht aus, um die Einbussen im interkontinentalen Handel auszugleichen.
Die Zuversicht bleibt dennoch gross. Fast drei Viertel (74%) der Umfrageteilnehmer sehen sich in der Lage, die kommenden Herausforderungen zu meistern, insbesondere durch den Ausbau von Partnerschaften und die Diversifizierung von Märkten und Lieferanten.
Was die politischen Erwartungen angeht, fordern 86% der KMU klarere und stabilere aussenwirtschaftliche Rahmenbedingungen, und 81% wünschen sich eine stärkere Vertretung der Schweizer Interessen auf internationaler Ebene. Die Stabilisierung der Beziehungen zur EU wird von mehr als 60% der Unternehmen als vorrangig angesehen (+17 Punkte gegenüber 2024), während 44% (+34 Punkte) die Notwendigkeit betonen, neue Freihandelsabkommen abzuschliessen. Der Abbau von Bürokratie (35%, -6 Punkte) und die Steigerung der Standortattraktivität (27%, +7 Punkte) bleiben wichtige Forderungen.
Letzte Änderung 10.12.2025