Energieetikette: rasche Veränderungen

In der Schweiz müssen viele Hersteller (von Autos, Haushaltsgeräten, Fenstern usw.) die Energieeffizienz und die Eigenschaften ihrer Geräte mittels einer Energieetikette angeben. Diese direkt von den europäischen Standards übernommene Kennzeichnung ändert sich regelmässig.

Von 500 im Jahr 2014 kontrollierten Produkten aus der Schweiz waren 88% korrekt mit einer Energieetikette deklariert. Diese Zahl ist um 5% geringer als im Vorjahr. Hersteller und Händler müssen die regelmässigen Aktualisierungen der Energieverordnung beachten.

Von der Energieetikette sind acht Produktgruppen betroffen:

  • elektrische Haushaltsgeräte (Kühl- und Gefrierschränke, Waschmaschinen, Tumbler, Geschirrspüler, Elektroherde, Raumklimageräte, Kaffeemaschinen, Staubsauger, Dunstabzugshauben),
  • Lampen und Leuchten,
  • Fernsehgeräte,
  • Personenwagen,
  • Reifen,
  • Sanitärprodukte (Duschbrausen, Armaturen, Wassersparereinsätze),
  • Fenster,
  • Bauprodukte (Heizung und Lüftung).

Jede dieser Kategorien hat im Hinblick auf die Energieetikette ihre besonderen Eigenheiten (s. Link zum Dossier Energieetikette des BFE), doch sie weisen auch Gemeinsamkeiten auf, zum Beispiel die Harmonisierung mit dem EU-Recht oder die nachträglichen Kontrollen.

Energieeffizienz

Die schweizerische Gesetzgebung, genau gesagt die Energieverordnung (EnV) und ihre Anhänge, wird in Abhängigkeit vom EU-Recht regelmässig geändert. Die Schweizer Energieetikette ist mit derjenigen für den europäischen Markt identisch. Damit soll erreicht werden, dass die heimischen Produzenten ihre Produkte in die gesamte Europäische Union exportieren können.

Die vom Hersteller gelieferte Energieetikette muss die Eigenschaften des Geräts sowie dessen Energieeffizienz angeben. Mit dieser anhand einer komplexen Rechnung ermittelten Zahl lässt sich das Gerät in eine der zehn Energieeffizienzklassen einordnen, die durch Buchstaben und Symbole (von A+++ für die höchste Effizienz bis G) definiert und mit farbigen Balken von rot bis dunkelgrün (für die höchste Effizienz) gekennzeichnet sind. Diese Einteilungen veränderten sich schneller als erwartet, da die Hersteller rasche Fortschritte erzielten. Heute werden die meisten Produkte der Kategorie A zugeordnet. In vier oder fünf Jahren sollen die Kriterien neu definiert werden, um die effizientesten Geräte von den übrigen unterscheiden zu können.

Nachkontrollen

Es handelt sich um eine deklarative Angabe, die auf der Aufrichtigkeit des Herstellers beruht, der vor der Markteinführung seiner Produkte die Tests zur Energieeffizienz durchführt. Sie muss auf dem Internet einsehbar sein und in Form eines Aufklebers oder Zettels dem Produkt beigefügt werden. Der Verkäufer hat für die gute Sichtbarkeit dieses Dokuments zu sorgen. Nachträglich kann eine Kontrolle durch Electrosuisse oder das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) erfolgen. Diese Nachprüfung kann sich auf drei Ebenen beziehen: auf den gesamten Markt, auf die im Auftrag des Herstellers durch ein unabhängiges Testlabor erstellten Gutachten oder auf die Deklaration des Herstellers.

Um zu erfahren, welche Produkte den Schweizer Regelungen unterliegen und wie hoch die gültigen Mindestwerte für die Energieeffizienz sind, kann man auf die Dokumente des BFE zum Thema Kontrolle der Energieetiketten und Mindestanforderungen für Elektrogeräte in der Schweiz zurückgreifen.

Man kann feststellen, dass nur wenige Produkte in der Schweiz eine höhere Energieeffizienz aufweisen müssen als in Europa, nämlich Kühlschränke, Tumbler und Backöfen. Zudem unterliegen in der Schweiz auch Kaffeemaschinen dieser Regelung, was in der EU nicht der Fall ist.

Die amerikanischen oder asiatischen Vorschriften unterscheiden sich von den europäischen und erfordern eine eigene Kennzeichnung. Allerdings liegen sie hinsichtlich der Energieleistung im Allgemeinen unterhalb der Anforderungen der EU oder der Schweiz. Ein Produkt aus der Schweiz ist daher mit 90% der bestehenden Märkte kompatibel, was die Energieanforderungen anbelangt. Insofern spielt die Energieetikette für das Marketing und das Inverkehrbringen der Geräte eine wichtige Rolle.

Letzte Änderung 21.01.2016

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