Open Government Data: öffentliche Daten für die gewerbliche Nutzung

Die Schweiz fördert und erleichtert den freien Zugang zu den von den Verwaltungen produzierten Daten und deren Verwendung. Das Ziel ist eine offene und florierende Informationswirtschaft. Unternehmen können davon profitieren. 

Die öffentlichen Verwaltungen der Schweiz sammeln viele Informationen, beispielsweise Daten aus den Bereichen Statistik, Geoinformation, Umwelt oder Wetter. Deren Nutzung kann auch für Dritte von Interesse sein. Hierfür wurde das Projekt Open Government Data (OGD) entwickelt, dessen Ziel es ist, all diese Informationen zur freien Weiternutzung zur Verfügung zu stellen. 

Das Portal opendata.swiss, das im Februar 2016 aufgeschaltet wurde, ermöglicht den Verwaltungen und anderen Organisationen mit staatlichem Auftrag, ihre Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Diese Plattform ersetzt das Pilotprojekt opendata.admin.ch. Sie wird vom Bundesarchiv verwaltet und zählt unter anderem Bundesbehörden, Kantone sowie die Schweizerische Bundeskanzlei zu ihren Partnern. 

Wertschöpfung 

Das Portal opendata.swiss ist eine der zentralen Massnahmen der vom Bundesrat beschlossenen Open-Government-Data-Strategie Schweiz 2014-2018. Ausgangspunkt war die Feststellung der Behörden, dass die Datenmenge seit Beginn des Internetzeitalters exponentiell wächst und diese Daten ein dauerhaftes Potenzial für die Schaffung von Mehrwert aufweisen. Das gilt besonders für die qualitativ hochwertigen Daten der Verwaltungen. 

Mit Hilfe des freien und unbegrenzten Zugangs zu diesen Informationen können Bürgerinnen und Bürger das Handeln von Regierung und Verwaltung besser verstehen, Verwaltungen können neue Möglichkeiten der Kooperation nutzen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Forschende können Analysen vornehmen, um neue Ergebnisse zu erzielen, Konsumentinnen und Konsumenten können bessere Kaufentscheidungen treffen und Unternehmen können innovative Produkte und Dienstleistungen konzipieren. 

Drei Ziele 

Für die Implementierung von OGD wurden drei Hauptziele festgelegt:

  1. Freigabe der Behördendaten. Die Informationen werden der Öffentlichkeit in offenen und maschinenlesbaren Formaten zur freien Weiterverwendung dargeboten. Die rechtlichen, organisatorischen, finanziellen und technischen Rahmenbedingungen der Datenproduktion in den Verwaltungseinheiten werden dahingehend angepasst, dass OGP keinen Zusatzaufwand mit sich bringt ("open data by default").
  2. Koordinierte Publikation der Behördendaten. Es wird ein Portal (opendata.swiss) eingerichtet, um der Öffentlichkeit das Auffinden und die freie Verwendung der Daten durch eine Zentralisierung zu erleichtern.
  3. Etablierung einer Open-Data-Kultur. Der Bund unterstützt die Verwendung der Daten durch freie, einheitliche und verständliche Nutzungsbedingungen, durch Zusatzinformationen zu den einzelnen Datensätzen sowie durch weitere kommunikative Massnahmen. Mit der Öffentlichkeit wird ein kontinuierlicher Dialog gepflegt, um eine partizipative und innovative Open-Data-Kultur zu entwickeln.

Die Plattform boomt 

Mitte Oktober 2016 hatten rund 30 Organisationen, darunter die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), mehrere Bundesämter, Kantone, die Stadt Zürich oder auch Bibliotheken, bereits mehr als 1'500 Datensätze auf der Plattform opendata.swiss veröffentlicht. Die Informationen beziehen sich auf eine breite Palette von Themen wie zum Beispiel Wohnen, Kriminalität, Bildung, Wissenschaft und Gesundheit. Privatwirtschaftliche Unternehmen können diese Daten kostenlos gewerblich nutzen. Auf der Website finden sich auch einige Anwendungsbeispiele. 

Das Portal wird weiter ausgebaut. Es werden neue Organisationen hinzu kommen. Neue Datensätze werden es regelmässig bereichern. Für Personen und Organisationen, die Daten veröffentlichen möchten, wurde ein Handbuch erstellt: 

Bereit, Open Data zu veröffentlichen?

Die neusten Entwicklungen des Portals opendata.swiss lassen sich über die Website oder den Twitter-Account des Bundesarchivs verfolgen. 

Quelle: Open-Government-Data-Strategie 2014-2018 des Bundesrates.


Informationen 

Letzte Änderung 26.10.2016

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