Neue Massnahmen zur weiteren administrativen Entlastung

Drei Personen, die in einem Büroraum mit Computer und Tablet arbeiten

Der Bundesrat hat von 2011 bis 2015 drei Massnahmenpakete mit insgesamt 83 Massnahmen und 8 Prüfaufträgen beschlossen. Zu den Schwerpunktthemen gehören die Digitalisierung mittels E-Government Angeboten sowie vereinfachte Verfahren.

Der Bundesrat will den Bürokratieaufwand, der die Unternehmen belastet, weiter reduzieren. Nach zwei Massnahmenpaken, die 2011 und 2013 verabschiedet worden waren, erliess die Regierung am 2. September 2015 zusätzlich 31 neue Vorkehrungen, die hauptsächlich darauf abzielen, unnötige Verwaltungsformalitäten abzuschaffen. Das Ziel: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Erhalt der Arbeitsplätze.

Ein Bericht des Bundesrates mit dem Titel "Administrative Entlastung. Bessere Regulierung – weniger Aufwand für Unternehmen: Bilanz 2012-2015 und Perspektiven 2016-2019" zeigt, dass Spielraum für Verbesserungen bleibt, auch wenn die Schweiz im internationalen Vergleich beim Thema Bürokratieaufwand gut aufgestellt ist.

Prioritäre Massnahmen

Der Bundesrat hat folgenden Massnahmen Priorität eingeräumt:

  • MWST. Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes und Einführung der vollelektronischen Abwicklung der MWST. Letztere soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Rechnungsstellung ist nicht betroffen.
  • Zollverfahren. Umsetzung des Projektes Redesign Fracht, das zum Beispiel die Einführung eines webbasierten Verzollungsportals vorsieht sowie die Abschaffung des Obligatoriums, den Grenzübertritt vorab anzugeben.
  • "One-stop-Shop". EasyGov.swiss ist der benutzerfreundliche Online-Schalter der Verwaltung für Unternehmen. EasyGov.swiss bietet Unternehmen sowie Neugründenden rund um die Uhr digitale Behördenleistungen. Somit bleibt den Schweizer KMU mehr Zeit für das Kerngeschäft. Aktuell bietet EasyGov.swiss die folgenden elektronischen Behördenleistungen an: Firmengründungen, Anmeldungen beim Handelsregister, bei der AHV, der Mehrwertsteuer und bei der Unfallversicherung. Weiter können Mutationen beim Handelsregister und Mehrwertsteuer-Transaktionen abgewickelt werden. Bis Ende 2019 sollen auf EasyGov.swiss die gefragtesten Behördengänge aufgeschaltet und den Unternehmen digital angeboten werden.
  • Lohnmeldeverfahren. Steigerung der Nutzerzahlen auf 35'000 Kunden für die Lohndatenübermittlung via Lohnstandard-CH (ELM). Ende 2014 nahmen 25'000 KMU dieses einheitliche Lohnmeldeverfahren in Anspruch. Langfristig geht es darum, alle Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden zu erreichen, einschliesslich der Treuhänder.
  • Gewerbsmässige Gläubigervertretung. Inkrafttreten der Revision über die gewerbsmässige Gläubigervertretung. Die Massnahme zielt darauf ab, hinsichtlich der Vertretung Dritter in Zwangsvollstreckungsverfahren, das heisst vor den Betreibungs- und Konkursämtern, den freien Zugang zum Markt zu gewährleisten, während heute die Kantone die Bedingungen festlegen können. Für KMU bedeutet das, dass sie sich in einem Rechtsöffnungsverfahren nicht mehr zwingend von einem Rechtsanwalt vertreten lassen müssen, sondern es in allen Kantonen möglich sein wird, ein Inkassobüro zu beauftragen. 

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Informationen

Letzte Änderung 27.09.2019

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