Neue Massnahmen zur weiteren administrativen Entlastung

Drei Personen, die in einem Büroraum mit Computer und Tablet arbeiten

Der Bundesrat hat ein Massnahmenpaket erlassen, das die administrative Belastung der Unternehmen verringern soll. Eine erste Entlastung war 2011 beschlossen worden. Zu den Schwerpunktthemen gehören die Einführung der elektronischen Abwicklung der Mehrwertsteuer sowie vereinfachte Zollverfahren.

Der Bundesrat will den Bürokratieaufwand, der die Unternehmen belastet, weiter reduzieren. Nach einem ersten Massnahmenpaket, das 2011 verabschiedet worden war, erliess die Regierung am 2. September 2015 zusätzlich 31 neue Vorkehrungen, die hauptsächlich darauf abzielen, unnötige Verwaltungsformalitäten abzuschaffen. Das Ziel: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Erhalt der Arbeitsplätze vor dem Hintergrund der Frankenkrise.

Ein Bericht des Bundesrates mit dem Titel "Administrative Entlastung. Bessere Regulierung – weniger Aufwand für Unternehmen: Bilanz 2012-2015 und Perspektiven 2016-2019" zeigt, dass Spielraum für Verbesserungen bleibt, auch wenn die Schweiz im internationalen Vergleich beim Thema Bürokratieaufwand gut aufgestellt ist.

Prioritäre Massnahmen

Der Bundesrat hat folgenden Massnahmen Priorität eingeräumt:

  • MWST. Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes und Einführung der vollelektronischen Abwicklung der MWST. Letztere soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Rechnungsstellung ist nicht betroffen.
  • Zollverfahren. Umsetzung des Projektes Redesign Fracht, das zum Beispiel die Einführung eines webbasierten Verzollungsportals vorsieht sowie die Abschaffung des Obligatoriums, den Grenzübertritt vorab anzugeben.
  • "One-stop-Shop". EasyGov.swiss ist der benutzerfreundliche Online-Schalter der Verwaltung für Unternehmen. EasyGov.swiss bietet Unternehmen sowie Neugründenden rund um die Uhr digitale Behördenleistungen. Somit bleibt den Schweizer KMU mehr Zeit für das Kerngeschäft. Aktuell bietet EasyGov.swiss die folgenden elektronischen Behördenleistungen an: Firmengründungen, Anmeldungen beim Handelsregister, bei der AHV, der Mehrwertsteuer und bei der Unfallversicherung. Weiter können Mutationen beim Handelsregister und Mehrwertsteuer-Transaktionen abgewickelt werden. Bis Ende 2019 sollen auf EasyGov.swiss die gefragtesten Behördengänge aufgeschaltet und den Unternehmen digital angeboten werden.
  • Lohnmeldeverfahren. Steigerung der Nutzerzahlen auf 35'000 Kunden für die Lohndatenübermittlung via Lohnstandard-CH (ELM). Ende 2014 nahmen 25'000 KMU dieses einheitliche Lohnmeldeverfahren in Anspruch. Langfristig geht es darum, alle Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden zu erreichen, einschliesslich der Treuhänder.
  • Gewerbsmässige Gläubigervertretung. Inkrafttreten der Revision über die gewerbsmässige Gläubigervertretung. Die Massnahme zielt darauf ab, hinsichtlich der Vertretung Dritter in Zwangsvollstreckungsverfahren, das heisst vor den Betreibungs- und Konkursämtern, den freien Zugang zum Markt zu gewährleisten, während heute die Kantone die Bedingungen festlegen können. Für KMU bedeutet das, dass sie sich in einem Rechtsöffnungsverfahren nicht mehr zwingend von einem Rechtsanwalt vertreten lassen müssen, sondern es in allen Kantonen möglich sein wird, ein Inkassobüro zu beauftragen.

75% der 2011 beschlossenen Massnahmen umgesetzt

Von den 20 Massnahmen, die 2011 beschlossen wurden, wurden 15 umgesetzt oder sind in planmässiger Umsetzung. Folgende Massnahmen wurden realisiert:

  • Der Bereich der Rechnungslegung wurde vereinfacht durch eine Anhebung der Schwellenwerte für Unternehmen, die einer ordentlichen Revision unterliegen, sowie durch eine Lockerung der Pflicht, eine ordentliche Buchhaltung zu führen und Angaben über die Durchführung einer Risikobeurteilung zu liefern.
  • 19 wichtige Bewilligungsverfahren wurden dahingehend geprüft, ob sie mit den neuen Grundsätzen für "schlanke" Verfahren übereinstimmen, und bei Bedarf angepasst.
  • Die kantonalen Handelsregisterämter sind nunmehr verpflichtet, Anmeldungen und Belege in elektronischer Form anzunehmen.
  • Die elektronische Lohndatenübermittlung wurde auf die BVG, die Abrechnung der Quellensteuer, die AHV/FAK, die Leistungsberechnung und die MWST ausgeweitet.

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Informationen

Letzte Änderung 09.11.2017

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