Traffic generieren

Es reicht nicht, in den sozialen Netzwerken vertreten zu sein. Man muss sich auch ein Publikum erschliessen und für hohe Besucherzahlen sorgen.

Sei es auf der offiziellen Firmenwebsite, in einem Blog, in den sozialen Netzwerken, mit Podcasts oder Videos – ein Unternehmen sollte stets hochwertige Inhalte anbieten, die für möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer interessant sind. Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass diese Inhalte auf anderen Plattformen, in Fachportalen oder sogar von den Medien aufgegriffen und verbreitet werden. Je relevanter und transparenter die Informationen sind, desto häufiger werden sie "geliked" und geteilt - und desto stärker tragen sie zur Glaubwürdigkeit der Marke oder des Unternehmens bei.

Sich in die Lage der Konsumierenden versetzen

Eine wirksame Methode zur Steigerung des Traffics besteht darin, sich in die Lage der Nutzerinnen und Nutzer zu versetzen, und ihnen möglichst viele Informationen zu den gewünschten Produkten oder Dienstleistungen bereitzustellen. Die folgenden Punkte helfen dabei, die Inhalte auf den verschiedenen Online-Plattformen des Unternehmens gezielt zu erweitern:

  • Lösungen anbieten. Nutzer suchen nicht nur Empfehlungen, sondern auch konkrete Lösungen für ihre Probleme. Ein nützlicher Ansatz ist es, häufige Suchbegriffe wie "Problem", "wie" oder "warum" in Kombination mit einem Branchenschlüsselwort in Suchmaschinen einzugeben, um zu erkennen, welche Themen die Zielgruppe beschäftigen.
  • Die Zielgruppe kennen. Mithilfe statistischer Tools kann ein Unternehmen herausfinden, woher seine Besucher stammen, und die Inhalte besser auf deren Erwartungen abstimmen.
  • Preise nennen. Der Preis ist eine zentrale Information für alle potenziellen Kundinnen und Kunden. Auch wenn es sich nur um Schätzungen handelt, sollte das Unternehmen klare Preisangaben zu Produkten oder Dienstleistungen machen.
  • Aktuelle Themen aufgreifen. Das Zeitgeschehen kann eine wertvolle Gelegenheit sein, um den Traffic zu erhöhen. Es lohnt sich, aufmerksam zu verfolgen, was in der Welt – insbesondere im eigenen Tätigkeitsfeld – passiert, um passende Inhalte zu erstellen oder zu teilen.
  • Informationen übersetzen. Wenn sich die Produkte oder Dienstleistungen an ein Publikum ausserhalb der eigenen Sprachregion richten, sollten die Inhalte auch in den entsprechenden Sprachen verfügbar sein.
  • Sich von der Konkurrenz abheben. Die blosse Nachahmung der Konkurrenz genügt nicht. Ein Unternehmen sollte versuchen, dem Markt einen Schritt voraus zu sein – mit originellen, neuartigen Informationen. Auch die Variation der Formate kann sinnvoll sein, solange ein zu belehrender oder formelhafter Ton vermieden wird.

Überraschungseffekt

Unternehmen können gezielt einen Überraschungseffekt schaffen, der sich im besten Fall zu einem viralen Phänomen (oder "Buzz") entwickelt. Es gibt zwar kein Patentrezept für einen Buzz, doch bestimmte Grundprinzipien sollten unbedingt erfüllt sein, damit er entstehen kann:

  • Emotionen wecken. Inhalte, die starke Emotionen auslösen, haben die höchste Wahrscheinlichkeit, häufig geteilt zu werden.
  • Das Publikum einbeziehen. Ob durch Gewinnspiele, interaktive Videos oder andere Formate - es geht darum, die Internetnutzerinnen und -nutzer aktiv ins Marketing einzubinden.
  • Schnell und konsistent handeln. Wer gezielt einen Buzz auslösen möchte, sollte alle verfügbaren Online-Kanäle nutzen – zum Beispiel mit einem Startvideo auf YouTube und Instagram, einem Facebook-Event oder gezielten Posts auf X (ehemals Twitter).
  • Neugier wecken. Ein Unternehmen kann Aufmerksamkeit erzeugen, indem es z. B. ein aussergewöhnliches Ereignis ankündigt, eine doppeldeutige Medienmitteilung veröffentlicht oder einen Countdown startet. Die Überraschung muss dann aber auch die Erwartungen erfüllen.

Wenn man im Netz aktiv wird, darf man nicht erwarten, dass sich sofort aussergewöhnliche Erfolge einstellen. Sind die Besucher- oder Verkaufszahlen allerdings nach mehreren Monaten immer noch nicht gestiegen, dann sollte man nach den Ursachen für den Misserfolg forschen. Hier eine Auswahl häufiger Fehler:

  • Eine zu aggressive Verkaufsstrategie. Konsumentinnen und Konsumenten können es nicht leiden, wenn sie das Gefühl haben, mit allen Mitteln zum Kauf gedrängt zu werden. Im Internet gilt das umso mehr.
  • Eine unverständliche Verkaufsstrategie. Die gesamte Online-Marketing-Strategie muss einzig und allein darauf abzielen, das Unternehmen bekannter zu machen und die Umsätze zu steigern.
  • Eine Kommunikation, die ihr Ziel verfehlt. Vielleicht hat das Unternehmen seine Zielgruppe oder die sozialen Netzwerke, in denen es sich aufhält, nicht richtig identifiziert. Siehe Zielkundschaft gezielt ansprechen und Soziale Netzwerke.
  • Anonyme und unpersönliche Kommunikation. Internet und Social Media sollen den persönlichen Kontakt erleichtern. Unternehmen müssen vermeiden, automatisch generierte, distanzierte oder unpersönliche Antworten. Soziale Netzwerke erleichtern die Annäherung zwischen Unternehmen und Privatpersonen. Deshalb sollte die Kommunikation freundlich und informell, aber dennoch professionell erfolgen.
  • Zu breit gestreute und ineffiziente Kommunikation. Aus übertriebenem Enthusiasmus melden sich Unternehmen manchmal auf möglichst vielen Plattformen gleichzeitig an. Das erschwert jedoch die Betreuung und macht eine konsistente Pflege der Kanäle nahezu unmöglich. Einige Accounts werden nicht mehr aktualisiert, der Blog nur sporadisch befüllt usw. Die gesamte Kommunikation wirkt dadurch unkoordiniert und inkohärent. Besser ist es, sich auf die relevanten Plattformen zu konzentrieren, die für das Unternehmen und seinen Markt wirklich Sinn machen - und diese mit den vorhandenen Ressourcen gezielt zu betreuen.
  • Eine undurchsichtige oder unehrliche Kommunikation. Userinnen und User sind auf der Suche nach transparenten und wahren Informationen. Eine Kommunikation, die auf falschen Aussagen beruht oder die echten Probleme aussen vor lässt, ist die sicherste Methode, um die Internetgemeinde gegen sich aufzubringen und negative Kommentare zu provozieren.
  • Zu wenig Reaktion. Im Internet und in den sozialen Netzwerken lautet das Zauberwort Interaktivität. Ein Unternehmen muss sich dafür interessieren, was über es gesagt wird, egal ob es gut oder schlecht ist. Ein Unternehmen muss sich dafür interessieren, was über es gesagt wird, egal ob positiv oder negativ. Dazu gehört, eine Monitoring-Strategie zu entwickeln, mit der das Online-Image analysiert und möglichst schnell darauf reagiert werden kann.

Wer in sozialen Netzwerken kommuniziert, muss akzeptieren, dass man dort zum Gesprächsthema wird - und sich damit auch Kritik öffnet. Das erfordert Transparenz und Bescheidenheit. Ein Unternehmen muss zeigen, dass es seinen Kundinnen und Kunden sowie der Öffentlichkeit zuhört. Der beste Weg, um seinen Online-Ruf im Blick zu behalten, ist ein aktives Monitoring. So lässt sich frühzeitig erkennen, was über das Unternehmen im Netz gesagt wird - und entsprechend schnell darauf reagieren. Tools wie Google Alerts oder Yahoo Alerts ermöglichen es, gezielt nach Schlagwörtern wie dem Namen des Unternehmens, seiner Produkte, Dienstleistungen oder bekannten Mitarbeitenden zu suchen.



Letzte Änderung 24.06.2025

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