Eigenkapital, Fremdkapital und "goldene Regeln"

Das Eigenkapital, zu dem auch Mittel von Dritten (z.B. beim Aktienkauf) gehören, sollte gleich hoch sein wie das Fremdkapital (z.B. Darlehen).

Das Eigenkapital umfasst diejenigen Mittel, die der Gründer, die Gründerin oder Dritte (zum Beispiel Freunde, Bekannte oder sonstige Investoren) als Aktien oder Stammanteile zum Grundkapital der Firma beisteuern.

Als Fremdkapital bezeichnet man diejenigen Gelder, die dem Unternehmen beispielsweise als Darlehen zur Verfügung gestellt werden. Solche Geldergeber stellen für die Kreditvergabe harte Bedingungen und verlangen dafür einen risikoabhängigen Zins.

Goldene Finanzierungsregel...

Eigen- und Fremdkapital sollten zueinander in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Doch was ist vernünftig? Dazu gibt es keine allgemein verbindlichen Formeln. Die sogenannte "goldene Finanzierungsregel" besagt, dass

  • das Eigenkapital als Fundament jedes Unternehmens sollte gleich hoch sein wie das Fremdkapital.

Für die meisten Firmengründerinnen und -gründer wird dies kaum möglich sein. 40% bei Produktions- und 30% bei Handelsbetrieben sollten es schon sein, um einigermassen sicher dazustehen.

Tatsache ist aber, dass in der Schweiz die 450'000 im Handelsregister registrierten Gesellschaften durchschnittlich bloss 25% Eigenkapital aufweisen; jede dritte hat gar weniger als 20%. Als wirklich gesund gilt eine Firma, wenn sie 30 bis 60% eigene Mittel aufweist.

...und goldene Bankregel

Eine andere klassische Finanzierungsregel (die sogenannte "goldene Bankregel") beleuchtet die Fälligkeit von Kapital und Bindung von Vermögen (Fristenkongruenz).

  • Langfristiges Vermögen (Anlagevermögen) ist mit langfristigem Kapital (Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital) zu finanzieren. Die Summe des langfristigen Kapitals sollte also im Idealfall gleich gross sein wie die Summe des Anlagevermögens. Das Gleiche gilt für das kurz- und mittelfristige Fremdkapital, verglichen mit dem kurzfristigen Vermögen (Umlaufvermögen).

Diese Grundsätze sind aber in der Praxis umstritten, da sie branchen- oder betriebsspezifische Verhältnisse nicht berücksichtigen. Wichtiger ist, die Unternehmensfinanzierung unter dem Gesichtspunkt der Liquidität, der Sicherheit und der Rentabilität zu betrachten. Ziel muss sein, dass sich ein Unternehmen in absehbarer Zeit mit selbst erarbeiteten Mitteln finanzieren kann.

Letzte Änderung 13.04.2017

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