Mit dem Programm Eurostars können Jungunternehmen und KMU ihre F+E-Projekte dank finanzieller Förderung und einer strukturierten internationalen Zusammenarbeit umsetzen. Der Eurostars-Programmverantworliche bei Innosuisse, Janique Siffert, erklärt, wie man davon profitieren kann.
An Eurostars sind heute 37 Länder beteiligt, hauptsächlich in Europa, aber auch in Nordamerika, Asien und Afrika. Als europäisches Programm zur Förderung von innovativen Unternehmen unterstützt Eurostars innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F+E), die von Start-ups und KMU getragen werden. In der Schweiz wird Eurostars von der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse repräsentiert. Wird ein Schweizer Projekt von Eurostars gefördert, übernimmt Innosuisse bis zu 50% der Projektkosten. Unternehmen erhalten zudem Zugang zu möglichen Partnern aus Forschung und Wirtschaft mit denen sie in den Mitgliedsländern zusammenarbeiten können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Janique Siffert, der bei Innosuisse für das Eurostars-Programm zuständig ist, spricht über die Bedeutung internationaler Kooperationen für die Innovation in der Schweiz.
Welche Arten von Projekten können durch Eurostars gefördert werden?
Janique Siffert: Das Programm hat sich vollständig der Innovation verschrieben und kann Projekte aus sämtlichen Branchen finanzieren, solange sie die Kriterien der Ausschreibung erfüllen. Einer der wichtigsten Aspekte ist die internationale Zusammenarbeit. Damit ein Projekt angenommen werden kann, muss es beispielsweise gemeinsam mit mindestens einem anderen der 37 Mitgliedsländer von Eurostars durchgeführt werden. Die Konsortien müssen ausgewogen sein: KMU müsse mindestens die Hälfte des Gesamtbudgets tragen. Ein einzelner Partner oder ein einzelnes Land darf nicht mehr als 70% des Gesamtbudgets übernehmen, damit ein Ungleichgewicht vermieden wird. Die geförderten Projekte dürfen sich über einen Zeitraum von maximal drei Jahren erstrecken und müssen ausschliesslich zivilen Zwecken dienen, sodass Projekte mit militärischer Zielsetzung ausgeschlossen sind.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Siffert: Wenn die Projekte eingereicht wurden, werden sie nach drei Hauptkriterien evaluiert. Das erste betrifft das Innovationsniveau: Es geht darum zu bewerten, ob sich das angebotene Produkt oder Verfahren wesentlich von dem unterscheidet, was es bereits auf dem Markt gibt. Das zweite zielt auf die erwartete Wirkung ab. Das Programm folgt nämlich einer Marktlogik, die ein echtes Vermarktungspotenzial verlangt. Und schliesslich wird die Qualität der internationalen Zusammenarbeit geprüft, insbesondere der Mehrwert der Partnerschaft und das Gleichgewicht zwischen den Parteien.
Welche Ausgaben werden übernommen?
Siffert: Für Schweizer KMU kann INnosuisse bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten finanzieren. Zu den förderfähigen Ausgaben gehören die Löhne und Sozialkosten der in der F&E tätigen Mitarbeitenden. Für die Finanzplanung ist es wichtig, dass die Löhne basierend auf den effektiven Lohnkosten angegeben werden. Förderfähig sind zudem die Reisekosten, die für die Zusammenarbeit mit Partnern im Ausland oder die Umsetzung des Projekts erforderlich sind, sowie der Erwerb von notwendigem Verbrauchsmaterial.
Wann können sich die Unternehmen bewerben?
Siffert: Jedes Jahr werden zwei Projektaufrufe für Eurostars auf der Website Eureka veröffentlicht, das weltweit grösste Netzwerk von Ministerien und Innovationsagenturen, das sich der Unterstützung internationaler Forschung und Entwicklung (F+E) widmet. Der Aufruf für das Frühjahr startet im Januar und der für den Herbst im Juni.
Wie können die Unternehmen ihre Bewerbung bestmöglich vorbereiten?
Siffert: Die Projektträger verfügen über viele Ressourcen, um ihre Erfolgschancen zu maximieren. Für jede Ausschreibung wird auf der Innosuisse-Webseite ein Factsheet mit den Förderkonditionen für die Schweizer Antragssteller publiziert. Für Schweizer Firmen bietet Innosuisse ausserdem ein kostenloses Mentoring-Programm an. Innosuisse stellt zudem das Netzwerk "Enterprise Europe Network" zur Verfügung, das die Suche nach potenziellen Partnern im Ausland erleichtert. Auch ausführliche Leitfäden sind online verfügbar, unter anderem auf der Eureka-Seite, wo die Bewerber die Förderkriterien und die Bewerbungshandbücher abrufen können.
Was bedeutet das Eurostars-Programm für Schweizer Unternehmen?
Siffert: Die Vernetzung mit Wirtschaft und Wissenschaft über Landesgrenzen hinaus ist für KMU und Start-ups aus der Schweiz essenziell, um bei der Entwicklung ihrer Projekte aus dem Vollen schöpfen zu können.

