Die häufigsten Hindernisse bei einer Nachfolge

Die Unternehmensnachfolge ist eine lange Strasse, die mit vielen Stolpersteinen gepflastert ist. Ein Überblick über die häufigsten Fallen, die den Weg der Übergebenden säumen.

Die Erfahrungen aus der Praxis machen stets deutlich, welche wesentlichen Punkte bei der Nachfolgeregelung unbedingt zu beachten bzw. zu vermeiden sind:

  • Zu späte Regelung der Nachfolge. Unternehmerinnen und Unternehmer neigen leider häufig dazu, zu spät mit der Nachfolgeplanung zu beginnen. Das Ergebnis: ein überstürzter Verkauf (Notverkauf) oder eine ungewollte Liquidation des Unternehmens.
  • Fehlende Strategie. Die Unternehmenden und ihre Familie haben kein klares Bild davon, welche Rolle sie künftig im Unternehmen spielen wollen. Der Nachfolgeprozess wird dadurch erschwert und sehr chaotisch.
  • Alleingang. Die Inhaberin oder der Inhaber trifft alle Nachfolgeentscheidungen allein, ohne die anderen betroffenen Parteien einzubeziehen. Wenn Interessenkonflikte nicht diskutiert und weitgehend beigelegt wurden, kann die Nachfolge eine katastrophale Wendung nehmen. Eine weitere Quelle für Spannungen: Die Unternehmerin oder der Unternehmer kann nicht loslassen und mischt sich weiter in die Geschäftsführung ein, was für die Nachfolgeperson sehr schädlich ist.
  • Fehlende Flexibilität. Fixiert auf das Ziel, aus der Nachfolgelösung maximalen Gewinn zu ziehen, weigert sich die Unternehmerin oder der Unternehmer, beim Preis für die Übergabe realistische Kompromisse einzugehen. Der Verkauf verzögert sich oder wird unmöglich.
  • Nicht betriebsnotwendige Aktiven. Unternehmen verfügen häufig über sehr hohe Substanzwerte mit erheblichen nichtbetrieblichen Aktiven. Das wirkt sich nachteilig auf die Rentabilität der Firma aus. Damit ist das Unternehmen zu "schwer" und meist auch mit erheblichen steuerlichen Problemen belastet. Derart aufgestellte Firmen lassen sich schwer verkaufen.
  • Fixiertheit auf eine bestimmte Nachfolgelösung. Die Unternehmerin oder der Unternehmer stürzt sich scheuklappenartig auf eine Nachfolgelösung, die sich als unpassend oder unrealistisch herausstellt. Da kein Alternativplan geprüft wurde, ist es sehr schwer, einen anderen Kurs einzuschlagen.
  • Auswahl des "richtigen" Nachfolgers. Das ist sicher die schwierigste Aufgabe überhaupt. Hier lohnt es sich, die notwendige Zeit für ein gutes Anforderungsprofil, eine umfassende Suche, mehrere intensive Gespräche (am besten gemeinsam mit einer kompetenten Drittperson) und entsprechende Abklärungen einzuplanen.
  • Fehlende Beratung. Die Nachfolge läuft ohne Beiziehung unabhängiger Expertinnen und Experten ab oder diese werden zu spät gefragt.
  • Zu wenig Information. Die Nachfolge wird nicht offen und transparent kommuniziert. Mitarbeitende und Kunden verlieren das Vertrauen in die Firma, da sie von der Entscheidung überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
  • Verwundbarkeit im Nachfolgeprozess. Das Unternehmen wird während einer Übernahme meist geschwächt, sei dies aufgrund der höheren Finanzlast oder weil sich die neue Inhaberin oder der neue Inhaber erst einarbeiten muss. Das gilt selbst dann, wenn sie oder er bereits dem Management angehörte. Für Mitbewerber bietet sich hier eine Chance zum Angriff. Es ist deshalb für das Gelingen sehr wichtig, die Übergangsphase sehr genau zu planen, den Know-how-Transfer der Schlüsselpersonen sicherzustellen, Polster zu anzulegen (finanziell und personell) und wenn immer möglich, das bisherige Leitungsteam in den Nachfolgeprozess und die darauf folgenden mindestens 3 bis 6 Monate aktiv einzubinden.

Quelle: UBS Outlook


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Letzte Änderung 01.10.2015

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