Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001

Die Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagement-System fest. Sie kann sowohl auf produzierende als auch auf dienstleistende Unternehmen angewendet werden.

Die Umweltmanagementnorm ISO 14001 knüpft in Logik und Aufbau in vielen Bereichen an die bestehende ISO 9001-Norm an (Dokumentation, kontinuierliche Verbesserung, Mitarbeitendentraining, interne Audits, Management-Bewertung). Daher ist eine Verknüpfung oder Integration der beiden Systeme sinnvoll.

ISO 14001 ist Teil einer Normenfamilie, welche ihrerseits zahlreiche weitere Normen zu verschiedenen Bereichen des Umweltmanagements festlegt. Darunter fallen Ökobilanzen, Umweltkennzahlen, Umweltleistungsbewertung etc.

Informationsgrafik, die die Umweltmanagementnorm ISO 14001 als Teil einer Normenfamilie darstellt

Quelle: Umweltmanagement für kleine und mittlere Unternehmen, Hans-Jürgen Klüppel, Beuth Verlag, Berlin, 2006.

Ausgangslage bei der Einführung eines Umweltmanagement-Systems

Bei der Einführung eines Umweltmanagement-Systems sind folgende Punkte festzulegen:

  • Betriebliche Umweltpolitik (Umweltschutzziele).
  • Umweltziele.
  • Umweltprogramm der Unternehmung.

Durch regelmässige Überprüfung der gesetzten Umweltziele und des Umweltmanagement-Systems soll eine kontinuierliche Verbesserung erreicht werden.

Kontinuierliche Verbesserung

ISO 14001 legt den Fokus auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Der KVP basiert auf der Methode Planen-Ausführen-Überprüfen-Optimieren (PDCA) - siehe auch Qualitätsmanagementsystem gemäss ISO 9001 - und beinhaltet die folgenden Aspekte:

  • Planung: Festlegung der Ziele und Prozesse, um die Umsetzung der Umweltpolitik der Organisation zu erreichen.
  • Ausführung: Umsetzung der Prozesse.
  • Überprüfung: Überwachung der Prozesse hinsichtlich rechtlicher und anderer Anforderungen sowie Ziele der Umweltpolitik des Unternehmens.
  • Fakultativ, aber vertrauensbildend, ist die Veröffentlichung der Umweltleistung (Umweltschutzmassnahmen) in Form eines Berichts.
  • Optimierung: Falls notwendig, müssen die Prozesse korrigiert und angepasst werden.
Schaubild, das den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) der ISO 14001 erläutert, basierend auf der Methode Planen-Ausführen-Überprüfen-Optimieren

Quelle: Umweltmanagement für kleine und mittlere Unternehmen, Hans-Jürgen Klüppel, Beuth Verlag, Berlin, 2006.

In der Norm ISO 14001 werden keine absoluten Anforderungen bezüglich Umweltleistung festgelegt. Gefordert wird aber die Einhaltung der Verpflichtungen, die sich die Organisation selber mit ihrer Umweltpolitik auferlegt hat.

Schrittweise Einführung möglich durch ISO 14005

Oft scheuen sich KMU vor der Einführung formeller Umweltmanagement-Systeme, da ihnen der damit verbundene Aufwand zu hoch scheint. Mit der Einführung der Norm ISO 14005 im Jahr 2010 wurde diese Hürde jedoch beseitigt, denn die Norm liefert einen Rahmen und Tipps für Unternehmen, um schrittweise ein Umweltmanagement-System zu entwickeln, einzuführen und zu pflegen, welches am Ende die Anforderungen von ISO 14011 erfüllt. Darüber hinaus werden Instrumente zur Verfügung gestellt, mit denen die eigenen Leistungen in diesem Bereich bewertet werden können.



Letzte Änderung 30.04.2020

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