Entwicklung des Begriffs Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement ist ein relativ neues Konzept aus den 80er Jahren. Es ist an die in japanischen Firmen üblichen Gesprächsgruppen angelehnt.

Der Begriff des Qualitätsmanagements ist relativ jung. Erst in jüngster Zeit hat sich Qualitätsmanagement zu einer Führungsaufgabe entwickelt. Zu Zeiten, als Produkte noch in Handwerksbetrieben gefertigt wurden, lag die Verantwortung allein beim betreffenden Handwerker. Erst als Ende des 19. Jahrhunderts durch Rationalisierung und Arbeitsteilung die Arbeitsprozesse auf viele Hände verteilt wurden, verlagerte sich die Verantwortung für Qualität auf eine spezielle Kontrollstelle. Qualitätskontrolle beschränkte sich dabei auf die Überwachung des Outputs von industriell gefertigter Massenware.

Prozess

In den 1960er- und 1970er-Jahren dehnte sich der Fokus vermehrt über den eigentlichen Produktionsprozess hinaus aus. Qualitätskriterien wurden nun auch für die Organisations-, Prozess- und Führungsstruktur gesucht. Populär wurde Qualitätsmanagement durch die Einführung von Qualitätszirkeln in Japan. Beim Modell des Qualitätszirkels kommt eine feste Kleingruppe von Mitarbeitenden regelmässig zusammen, um Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten im eigenen Arbeitsbereich zu analysieren.

Management-Systeme

In den 1980er-Jahren kamen schliesslich Qualitätsnormen für Managementsysteme auf. Doch erst durch Total Quality Management (TQM) wurde Qualitätsmanagement endgültig zu einer Aufgabe der obersten Führungsebene. TQM bezeichnet eine durchgängige, fortwährende und auf alle Bereiche einer Organisation ausgedehnte Kontrolltätigkeit mit dem Ziel, Qualität als Systemziel einzuführen und dauerhaft zu garantieren. Die European Foundation for Quality Management (EFQM) schuf in der Folge den sogenannten EFQM-Standard, ein über TQM hinausgehendes Modell für Qualitätsmanagement nach europäischen Bedürfnissen.

New Public Management

Breite Bekanntheit erlangte daneben der Qualitätsstandard ISO 9000 der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Qualitätsmanagement, das mit diesen Normen arbeitet, beinhaltet die Dimensionen Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung. Seit den Neunzigerjahren wird systematisches Qualitätsmanagement auch ausserhalb von klassischen Industriebetrieben gepflegt. Im Besonderen hat die Zertifizierungswelle in der Verwaltung Einzug gehalten. Diese Verwaltungsreform wurde bekannt unter dem Begriff "New Public Management" (NPM) und hat bis heute in den meisten Ländern Europas Einzug gehalten.

Quelle: Curaviva, 6/2014.

Letzte Änderung 24.10.2018

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