Influencer-Marketing

Expertinnen, Experten oder bekannte Persönlichkeiten für die Bewerbung eines Produkts oder einer Dienstleistung einzusetzen, ist zu einem wichtigen Marketinginstrument geworden, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Influencer gezielt ansprechen und ihr Publikum erreichen können.

Influencer-Marketing ist ein zunehmend genutzter Hebel für Marken. Klassische Online-Werbung hat in ihrer Wirksamkeit nachgelassen, unter anderem wegen Werbeblockern wie Ad Blocker und der Informationsüberflutung im Netz. Influencer-Marketing setzt daher auf Personen mit Einfluss in sozialen Medien, die bestimmte Produkte oder Dienstleistungen in ihrer Community weiterempfehlen.

In der Regel handelt es sich dabei um bezahlte Kooperationen oder Partnerschaften zwischen einer Marke und einem Influencer auf Plattformen wie Instagram, YouTube, Facebook, TikTok oder Snapchat. Der kommerzielle Charakter der Beiträge sowie Produktplatzierungen müssen für die Community klar erkennbar und gekennzeichnet sein.

Es gibt vier Haupttypen von Influencerinnen und Influencern:

  • Mega-Influencer (mehr als 1 Million Follower): Diese Personen sind meist prominente Persönlichkeiten mit weltweiter Bekanntheit. Sie erreichen ein äusserst breites Publikum und eignen sich besonders, um die Sichtbarkeit oder Popularität einer Marke zu steigern. Eine Zusammenarbeit mit dieser Kategorie erfordert jedoch ein sehr hohes Budget. Beispiel: Roger Federer.
  • Makro-Influencer (zwischen 100’000 und 1 Million Follower): Sie gelten als Meinungsführerinnen und Meinungsführer, die Trends mitgestalten. Ihre Community ist global verteilt. Eine Partnerschaft mit Makro-Influencern ermöglicht eine grossflächige, aber dennoch gezieltere Ansprache als bei Mega-Influencern. Beispiele: Wendy Holdener, Olivia Faeh.
  • Mikro-Influencer (zwischen 10’000 und 100’000 Follower): Diese Influencerinnen und Influencer sind oft auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert, wie Mode, Sport oder Beauty. Ihre Community ist besonders engagiert und schätzt die persönliche Nähe und glaubwürdige Expertise. Sie sind zudem für Unternehmen leichter zugänglich. Beispiele: Whitney Toyloy, Loredana Bamert-Carrabs.
  • Nano-Influencer (weniger als 10’000 Follower): Sie gelten als besonders authentisch und stehen in engem Kontakt mit ihrer Community. Für kleinere Unternehmen mit begrenztem Budget sind sie eine attraktive Option. Die Interaktion in diesen Communities ist meist sehr dynamisch, was eine schnelle Rückmeldung zu Produkten oder Dienstleistungen ermöglicht.

Die Grösse der Community allein reicht nicht aus, um die Relevanz eines Influencers zu bestimmen. Ebenso wichtig sind die Engagement-Rate - also das Verhältnis zwischen der Anzahl Interaktionen pro Beitrag und der Anzahl Follower, das möglichst hoch sein sollte -, die Regelmässigkeit der Inhalte sowie die Impressionen, also wie viele Personen ein Beitrag tatsächlich erreicht. Diese Kriterien sind entscheidend für den Erfolg einer Kooperation.

Mehr Sichtbarkeit, gesteigertes Vertrauen und Glaubwürdigkeit, gute Rentabilität – Influencer-Marketing bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Vor dem Start gilt es jedoch, einige Punkte sorgfältig zu planen:

  • Strategie festlegen: Welche Botschaften sollen vermittelt werden? Welche Ziele werden verfolgt (z. B. Markenbekanntheit steigern, mehr Website-Traffic, Umsatzsteigerung)? Wer ist die Zielgruppe? Über welche Kanäle (Facebook, Instagram, YouTube, TikTok, Snapchat etc.) soll kommuniziert werden? Und welches Budget steht zur Verfügung?
  • Das passende Profil wählen: Die Zusammenarbeit sollte zum Image und zu den Inhalten der Influencerin oder des Influencers passen. Ansonsten besteht das Risiko, dass die Kampagne von der Community negativ aufgenommen wird. Die Analyse von Leistungskennzahlen (KPIs) wie Anzahl echter und gefälschter Follower, geschätzte Reichweite, Impressionen, Engagement-Rate und Veröffentlichungsfrequenz hilft bei der Auswahl des passenden Profils für Kampagnenziele.
  • Vergütung, Erwartungen und Zeitplan festlegen: Die Rahmenbedingungen für die Kooperation oder Partnerschaft sollten vor dem Start der Kampagne mit den ausgewählten Influencerinnen und Influencern verhandelt werden.
  • Erfolgskontrolle durchführen: Kennzahlen wie Engagement-Rate, Website-Traffic oder Verkaufszahlen ermöglichen eine Bewertung der Kampagne. Bei Bedarf kann die Strategie angepasst und optimiert werde.

Viele Internetnutzerinnen und -nutzer suchen vor dem Kauf nach Empfehlungen - und Influencer spielen dabei eine wichtige Rolle. Ihre Inhalte gelten als glaubwürdig und können die Botschaft einer Marke wirkungsvoll verstärken, vorausgesetzt, sie erreichen die richtige Zielgruppe. Agenturen oder Plattformen wie influenceurs.ch oder collabment.agency unterstützen Unternehmen dabei, passende Influencer-Profile zu finden, abgestimmt auf die jeweilige Strategie und die gesetzten Marketingziele.

Quellen: Marrone R.; Gallic C.; Le grand livre du marketing digital, 2018; Farner. Les 5 conseils pour réussir votre marketing d’influence, 2023 (consultée le 16 avril 2025); Kolsquare, Marketing d'influence: pourquoi, comment, avec qui?, 2025 (abgerufen am 16. April 2025).


Letzte Änderung 14.05.2025

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