Bonitätsprüfung und Rating: Abstufungen der Banken

Die Banken haben ein komplexes Ratingsystem entwickelt, um die Bonität einer Firma einzustufen. Hier ein Überblick über die Klassifizierungen.

Mit einer simplen Einteilung in gute und schlechte Risiken geben sich die Banken schon seit Jahren nicht mehr zufrieden. Nach dem bösen Erwachen aus Immobilien- und Börsenspekulationsphasen haben die Finanzinstitute Listen mit umfangreichen Beurteilungskriterien aufgestellt, die sie immer weiter verfeinern.

Das Rating von UBS im Vergleich zu denjenigen der Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's:

Rating UBS Vergleich mit dem Rating von Standard & Poor's Vergleich mit dem Rating von Moody's
0
1

AAA

Aaa

2

AA+
AA
AA-
Aa1
Aa2
Aa3

3

A+
A
A-

A1
A2
A3

4

BBB+
BBB
Baa1
Baa2

5

BBB-

Baa3

6

BB+

Ba1

7

BB

Ba2

8

BB-

Ba3

9

B+

B1

10

B

B2

11

B-

B3

12

CCC

Caa

13

CC
C
Ca
C

Default (Ausfall)

D

 

Quelle: UBS, Geschäftsbericht 2016

Credit Suisse benutzt für die Schweiz ein Kundenrating mit 19 Abstufungen, welches sich ebenfalls mit den Einstufungen der Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's vergleichen lässt:

Rating-Klasse Beschreibung Vergleich mit Rating Standard & Poor's Vergleich mit Rating Moody's
CR01
CR02 
Geringstes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine hervorragende Bonität und ist in der Lage, schwerste ungünstige Entwicklungen zu absorbieren.
AAA
AA+
Aaa
Aa1
CR03 CR04 CR05 Äusserst geringes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine äusserst gute Bonität und ist in der Lage, sehr schwere ungünstige Entwicklungen zu absorbieren.
AA
AA-
A+
Aa2
Aa3
A1
A2
CR06 CR07 Sehr geringes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine sehr gute Bonität und ist in der Lage, schwere ungünstige Entwicklungen zu absorbieren.
A-
BBB+
A3
Baa1
CR08 CR09 Geringes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine hohe kurzfristige Stabilität und eine angemessene mittelfristige Bonität.
BBB
BBB-
Baa2
Baa3
CR10 CR11 CR12 Mittleres Risiko
Der Kreditnehmer ist mittelfristig nur in der Lage, geringfügige negative Entwicklungen zu absorbieren; kreditgefährdende Änderungen sind im Laufe des Jahres nicht zu erwarten.
BB+
BB
Ba1
Ba2
CR13 CR14 CR15 Erhöhtes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine limitierte Bonität, kommende unerwartete negative Entwicklungen zu absorbieren; kreditgefährdende Änderungen sind zu erwarten.
BB-
B+
Ba3
B1
CR16 CR17 Hohes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine sehr limitierte Bonität, kommende unerwartete negative Entwicklungen zu absorbieren; Gefahr des Zahlungsverzugs.
B
B-
B2
B3
CR18 Sehr hohes Risiko
Der Kreditnehmer verfügt über eine äusserst limitierte Bonität, kommende unerwartete negative Entwicklungen zu absorbieren; stark anfällig für Zahlungsverzug; Vertragsverletzung, Kreditkündigung, Kapitalverlust, Überschuldung, Betreibungsbegehren bzw. Insolvenzerklärung des Schuldners sind zu erwarten.
CCC+
CCC
CC 
Caa1 und mehr
DCR Default
Das Kreditrisiko ist manifest. Es ist notwendig, Massnahmen zu ergreifen, denn jede weitere negative Entwicklung führt direkt zu Kreditverlusten.
D D
Quelle: Credit Suisse

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Zuordnung lediglich um eine bestmögliche Annäherung handelt, da sich die Kategorien überlappen.

Die Entscheidungskriterien sind bei allen Banken ähnlich. Einfluss auf das Rating haben:

Finanzielle Faktoren

  • Finanzierungspotential: Wie hoch sind die Schulden im Verhältnis zum Cashflow? Wie schnell können sie zurückbezahlt werden? Wie viel Fremdkapital kann das Unternehmen verzinsen und amortisieren?
  • Produktivität und Profitabilität: In welchem Verhältnis steht der Umsatz zu den finanziellen Verpflichtungen? Wie gross ist die auf dem eingesetzten Kapital erwirtschaftete Rendite?
  • Liquidität: Wie präsentieren sich die leicht verwertbaren Aktiven im Vergleich zu den kurzfristigen Bankverbindlichkeiten?
  • Finanzierungsverhältnis: Wie ist das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital?

Nicht finanzielle Faktoren

  • Firmenleitung: Wie ist das Management organisiert? Wie sind die Aufgaben innerhalb des Managements verteilt?
  • Investitionen: Wie hoch sind die nichtbetriebsnotwendigen Investitionen (z.B. Luxusautos, Designermöbel) im Vergleich zu den betrieblichen Investitionen (z.B. Computer, Maschinen)?
  • Budgetplanung: Wie fundiert ist das Budget und wie gut stimmen die effektiven Ergebnisse damit überein?
  • Externe Faktoren: Wie geht das Unternehmen mit externen Einflussfaktoren um (z.B. Umweltschutz, Liberalisierung, EU)?

Individuelle Faktoren

  • Temporär: Ist das Unternehmen vorübergehend aussergewöhnlichen Einflüssen ausgesetzt?
  • Permanent: Weist das Unternehmen ausserordentliche Strukturen auf?

Branchenfaktoren

  • Konjunktur: Wie entwickelt sich das konjunkturelle Umfeld der betreffenden Branche?

Das einmal festgelegte Rating ist nicht in Stein gemeisselt. Die Banken überprüfen die Bonitätsstufe in der Regel jährlich. Mit umfassender transparenter Information kann man das Rating positiv beeinflussen. Dazu gehören:

  • saubere Businesspläne mit detaillierten, nachvollziehbaren Zahlen
  • die Präsentation anstehender Projekte
  • die Darlegung der aktuellen und zukünftigen Unternehmensentwicklung
  • die strategische Ausrichtung, mit der ein Unternehmen mittel- und langfristig am Markt erfolgreich sein will

Informationen 

Letzte Änderung 13.11.2018

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