Die Grundlagen der Nachfolgefinanzierung

Unternehmensübertragungen, die nicht vollständig aus eigenen Mitteln erfolgen, lösen Finanzierungsbedarf aus.

Grob lassen sich folgende Fälle unterscheiden:

Nachfolgeregelung  Mittelbedürfnisse

Unentgeltlich:

Unternehmen, die aus Schenkung oder Erbschaft übernommen werden.

Finanzierung des Unternehmens:

Dauerhafte Beziehung, die laufend angepasst wird.

Entgeltlich:

Entgeltliche Übertragungen von Unternehmen an familieninterne oder familienexterne Nachfolger werden in der Regel nicht aus den Mitteln des Unternehmens finanziert.
 

Finanzierung der Übernahme:

Zurückzuführen innerhalb von 5-6 Jahren
 

Heute wird häufig eine sogenannte "konsolidierte Bewertung" angewandt. Für die Beurteilung der Finanzierung werden das zu übertragende Unternehmen und die übernehmende Gesellschaft oder der Nachfolger als Privatperson zusammen betrachtet.

Die Finanzierung der Übernahme

Üblich sind folgende Finanzierungsarten (in Prozenten des Kaufpreises):

Finanzierungsarten Anteil
Darlehen auf konventioneller Fremdkapitalbasis 40% bis 50%
Mezzanine Finanzierung (Mischung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital) 20% bis 30%
Eigenkapital 20% bis 40%

Familienexterne Nachfolge

Für Übernahmen von Unternehmen im Rahmen externer Nachfolgelösungen (Management Buy-out, MBO/ Management Buy-in, MBI/Börsengang, IPO) stellt die Finanzierung aus folgenden Gründen eine besondere Herausforderung dar:

  • Höheres Risiko für das Unternehmen. Zusätzlich zur Unternehmensfinanzierung ist auch noch die Finanzierung der Übernahme notwendig. Damit sind Nachfolger einem massiv höheren Finanzierungsdruck ausgesetzt, weil in erster Linie innerhalb der nächsten 5 bis 6 Jahre die erwirtschafteten Mittel der Unternehmen zur Amortisation der Übernahmefinanzierung zu verwenden sind und damit häufig dem Unternehmen weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen. Die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens wird somit gegenüber Mitbewerbern geschmälert.
  • Höheres Risiko für Finanzpartner. Nachfolgerinnen und Nachfolger müssen sich vollumfänglich in die neue Aufgabe und Funktion als Unternehmende einleben, Vision und Strategie der Unternehmung neu definieren und prägen, die Organisation anpassen und allenfalls personelle Veränderungen vornehmen. Diese Aufgabe ist besonders schwierig, wenn in der Unternehmung noch keine Erfahrungen gesammelt werden konnten (deshalb ist ein MBO häufig erfolgreicher als ein MBI). Ein höchst motiviertes und starkes Leitungsteam ist für einen Erfolg unabdingbar.

Die Finanzierung der Übernahme eines Unternehmens hat diese besonderen Umstände zu berücksichtigen. Namentlich muss die Tragbarkeit der Finanzierung sowohl für die Übernahme als auch für den Betrieb der Firma auf konsolidierter Basis sichergestellt sein. Daher ist eine detaillierte und mehrfach überdachte Finanzplanung mit genügend einkalkulierten Finanzierungsreserven für die nächsten 5 bis 6 Jahre so wichtig.

Gleiches gilt bei der Aushandlung des "richtigen" Kaufvertrages (Preis, Preistilgung, Gewährleistungen, Nebenbestimmungen etc.). Allfällige Fallstricke gilt es zu bedenken und bereits im Vorfeld auszuräumen.


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Letzte Änderung 01.10.2015

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