Erfolgsfaktoren bei der Nachfolgefinanzierung

Um den bestmöglichen Ablauf der Finanzierung einer Nachfolge zu gewährleisten, ist es notwendig, eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen.

Die nachfolgenden Punkte sollten bei der Finanzierung einer Unternehmensnachfolge beherzigt werden:

Unternehmensbewertung

  • Realismus. Wenn bisherige Unternehmensführungen den Wert des Unternehmens alleine einschätzen, neigen sie dazu, die eigenen Leistungen zu hoch zu bewerten. Für eine realistische Bewertung sollten daher unabhängige Dritte beigezogen werden.
  • Ertrag versus Substanz. Unternehmen werden heute vorwiegend nach Ertragsgesichtspunkten bewertet. Es empfiehlt sich, bei der Vorbereitung der Übertragung nicht betriebsnotwendiges Anlagevermögen und überflüssiges Umlaufvermögen aus dem Unternehmen herauszunehmen.
  • Werthaltigkeit der Aktiven. Vor einer Unternehmensübertragung sollten die Aktiven durchleuchtet und wo nötig bereinigt werden (z. B. Delkredererisiken, Ladenhüter, Altlasten usw.)
  • Gesunde Eigenkapitalausstattung. Es lohnt sich, vor der Übertragung des Unternehmens zu prüfen, ob sich das Verhältnis Eigenkapital zu Bilanzsumme im branchenüblichen Rahmen bewegt. Eine zu geringe Eigenkapitalausstattung ist für Investoren ein Warnsignal.

Ausreichende Transparenz

  • Konsistentes Managementinformationssystem (MIS) für Planung, Budgetierung und Controlling. Finanzierungspartner können sich rascher ein zuverlässiges Bild über das Unternehmen verschaffen, wenn ein Informationssystem vorliegt, das über mehrere aufeinanderfolgende Perioden gleich aufbereitete Zahlen liefert. Je einfacher eine Zwischenbilanz (Erfolgsrechnung auf Monatsbasis oder kürzer) erstellt werden kann, desto leichter kann man in die Abläufe eingreifen und bei Bedarf das Ruder herumreissen.
  • Organisation der Betriebsabläufe. Sowohl für Finanzpartner als auch für die Nachfolgeperson ist es sehr wichtig, dass die Abläufe im Unternehmen klar definiert und festgehalten sind. So können sie sich leichter eine Übersicht verschaffen. Darüber hinaus wird so die Abhängigkeit von Schlüsselpersonen reduziert und die Mitarbeiterführung vereinfacht.

Prüfung alternativer Nachfolgelösungen

  • Eine nachvollziehbare Prüfung aller Möglichkeiten (Familie, Management Buy-out (MBO), Verkauf des Unternehmens usw.) und ein rationaler Entscheidungsprozess bei der Auswahl der Nachfolgeperson (Nachkommen oder Externe) geben den Geldgebern Sicherheit, dass die Unternehmensführung auch in Zukunft kluge und vernünftige Entscheidungen treffen wird.

Realistische Einschätzung des Mittelbedarfs

  • Prüfung verschiedener Szenarien. Auch eine unerwartete negative Umsatz- und Kostenentwicklung sollte bei der Planung in die Berechnungen einfliessen. Hilfreich ist dabei vor allem die Liquiditätsplanung unter verschiedenen Marktbedingungen.
  • Einrechnung von Sicherheiten. Für Investoren ist es wichtig, dass das Unternehmen auch unvorteilhafte Entwicklungen der Märkte durchstehen kann. Deshalb lohnt es, sich Gedanken darüber zu machen, woher zusätzliche Mittel kommen könnten, falls unerwartete Ereignisse eintreten.

Klare Kompetenzregelungen

  • Unterschriftsberechtigungen, Wahl der Organe, Corporate Governance. Das Wirtschaftsleben wird immer komplexer und unterliegt einem raschen Wandel, der Wettbewerb verschärft sich. Aus diesen Gründen ist es von grosser Bedeutung, dass Unternehmerinnen und Unternehmer bei wichtigen Entscheidungen von unabhängigen Personen unterstützt werden. Eine saubere Gewaltentrennung verhindert, dass Gedeih und Verderb des Unternehmens nur an eine Person oder Interessengruppe gebunden sind.

Selbstbeschränkung

Finanzpartner möchten ihre Risiken begrenzen. Im Sinne des Unternehmens und eines reduzierten Risikos ist es vorteilhaft, wenn

  1. nicht eine Person alle Bereiche und Organe des Unternehmens (bei Kapitalgesellschaften) dominiert;
  2. das relevante Wissen auf mehrere Personen verteilt ist;
  3. die Abläufe im Unternehmen transparent sind.

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Letzte Änderung 01.10.2015

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