Die wichtigsten Netzwerke und ihre Charakteristika

Es gibt unzählige soziale Netzwerke, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten, wobei Kriterien wie Wohnort, Alter oder Interessen zum Tragen kommen.

Die mit Beginn des neuen Jahrtausends entstandenen sozialen Netzwerke symbolisieren die Geburt des "Web 2.0", einer Art, das Internet zu nutzen, bei der die aktive Beteiligung der Userinnen und User im Vordergrund steht.

Während sie anfangs noch als flüchtige Modeerscheinung oder als ausschliesslich Jugendlichen vorbehaltene Plattformen wahrgenommen wurden, sind soziale Netzwerke in nur wenigen Jahren zu einem Phänomen geworden, dem sich keiner entziehen kann und das alle Gesellschaftsschichten einschliesst. Diese virtuellen Communities bieten Unternehmen eine grosse Anzahl an potenziellen Kundinnen und Kunden.

Es gibt viele verschiedene soziale Netzwerke, doch bestimmte Optionen stehen prinzipiell bei allen zur Verfügung:

  • die Möglichkeit, einen Account oder ein Profil mit einer Reihe persönlicher Informationen anzulegen.
  • die Möglichkeit, diese Informationen sowie Fotos und Videos mit der Community zu teilen.
  • die Möglichkeit, andere Mitglieder des Netzwerks als "Freunde" oder "Follower" hinzuzufügen.
  • die Möglichkeit, eine Gruppe zu gründen oder eine Seite zu erstellen sowie Events zu organisieren.
  • die Möglichkeit, integrierte Anwendungen anderer Softwarehersteller zu nutzen.

Zwar ist Facebook heute das bekannteste und meistgenutzte soziale Netzwerk, doch vorher haben ihm andere Pioniere mit unterschiedlichem Erfolg den Weg geebnet. Einige (wie MySpace) haben bis heute überlebt, während andere quasi verschwunden sind oder nur noch einen Nischenmarkt abdecken. Ein Überblick über die wichtigsten Akteure.

Facebook

Das meistgenutzte soziale Netzwerk zählte im September 2014 laut den Statistiken von Facebook weltweit rund 864 Millionen täglich aktive Mitglieder. In der Schweiz waren es Ende 2014 etwa 3,4 Millionen und damit rund 40% der Bevölkerung, wie die Agentur Bernet PR mitteilt.

Die Website, die 2004 von Harvardstudent Mark Zuckerberg ins Leben gerufen wurde, war ursprünglich ausschliesslich für die Studierenden der Harvard University gedacht und dehnte sich dann auf die anderen amerikanischen Universitäten aus. Seit Februar 2006 steht es jeder Person über 13, die eine gültige E-Mail-Adresse besitzt, kostenlos zur Verfügung. Innert wenigen Jahren ist dieses soziale Netzwerk zum grössten der Welt angewachsen und im März 2012 sogar an die Börse gegangen, wobei es mit USD 104 Milliarden bewertet wurde.

Die Besonderheit von Facebook, die wahrscheinlich auch der Hauptgrund für den überragenden Erfolg des Netzwerks ist, besteht darin, dass sich die Userinnen und User unter ihrem richtigen Namen anmelden müssen. Diese Vorgabe, die in der Welt des zuvor auf Anonymität setzenden Internets etwas völlig Neues war, hat dem Netzwerk einen erheblichen Vorteil verschafft. Auf dieser Plattform schliessen sich Leute mit ihren Bekannten, Kolleginnen und Kollegen oder Familienmitgliedern, die sie unter ihrem richtigen Namen finden können, zusammen, indem sie "Freunde" werden.

So lassen sich die Userinnen und User identifizieren und sie können mit Menschen, die sie (in unterschiedlichem Masse) aus ihrem echten Leben kennen, Informationen (Texte, Fotos usw.) austauschen. Die Funktion "Gefällt mir" ("Like") bietet den Userinnen und Usern die Möglichkeit, ein Kompliment zu den Statusmeldungen eines Freundes, zu seinen Fotos, aber auch zu einer Seite und sogar zu Inhalten ausserhalb von Facebook abzugeben, sofern eine Website diese Funktion integriert hat.

Die Unternehmen haben rasch verstanden, wie sehr sie von Facebook profitieren können, indem sie Seiten erstellen, auf denen sie ihre Dienstleistungen und Produkte beschreiben, aber auch Wettbewerbe veranstalten oder Videos posten usw. Auf diese Weise sammeln sie massenhaft Informationen über ihre virtuellen "Follower", die zugleich potenzielle Kundinnen und Kunden sind, und machen nebenbei jede Menge Werbung. Die Website enthält zudem eine Vielzahl zugehöriger Anwendungen, die von Drittanbietern entwickelt wurden und direkt auf der Plattform genutzt werden können.

 

LinkedIn

Im Unterschied zum Allrounder Facebook ist LinkedIn ein Netzwerk, das ausschliesslich für berufliche Kontakte gedacht ist. Es wurde 2002 gegründet, ging 2011 an die Börse und kommt auf mehr als 330 Millionen Mitglieder weltweit. In diesem Netzwerk spricht man von "Kontakten" statt von Freunden, da es sich um eine Plattform für den Austausch zwischen Fachkräften, hauptsächlich zwischen Kaderleuten und Unternehmen, handelt. Die Millionen Mitgliederprofile sind zugleich Visitenkarten, die Einzelheiten zum beruflichen Werdegang und zu den Fachgebieten der Nutzerinnen und Nutzer enthalten. Ähnlich wie Facebook bietet auch LinkedIn zahlreiche Anwendungen für unterschiedliche Zwecke an.

Twitter

Auch wenn Twitter längst nicht alle Eigenschaften der anderen sozialen Netzwerke aufweist, lässt der Blick auf die Mitgliederzahlen eine deutliche Ähnlichkeit erkennen: mehr als 280 Millionen aktive Userinnen und User pro Monat. Der 2006 gegründete Dienst Twitter ist eine Mikroblogging-Website, die ihren Userinnen und Usern ermöglicht, ihren "Followern" kurze Nachrichten ("Tweets") mit maximal 140 Zeichen zu schicken, in etwa vergleichbar mit den Statusmeldungen bei Facebook (deren Zeichenzahl jedoch nicht begrenzt ist). Diese "Tweets" können auch externe Links zu Artikeln, Fotos, Videos usw. enthalten. Anmelden können sich sowohl Privatpersonen als auch Gesellschaften wie Unternehmen, NGOs usw. Seit berühmte oder einflussreiche Persönlichkeiten angefangen haben zu twittern, hat die Website eine Funktion entwickelt, mit der die Identität des "Twitterers" nachgewiesen werden kann, sodass man zum Beispiel unter zig Fälschungen den echten Barack Obama findet.

Myspace

Seit einigen Jahren hinkt Myspace, die ehemalige Nummer eins der sozialen Netzwerke, dem Riesen Facebook deutlich hinterher. Myspace war der eigentliche Pionier des Web 2.0, wurde bereits 2003 gegründet und erlebte zwischen 2005 und 2008 seine Blüte, bevor sich die Mitglieder allmählich verabschiedeten. Die Website ging Mitte 2013 in neuer Aufmachung als "Social Entertainment"-Plattform an den Start und ist für Userinnen und User aus der Musikszene nach wie vor eine Referenz.

Xing

Xing ist ein Business-Netzwerk, das in direkter Konkurrenz zu LinkedIn steht, jedoch bei Weitem nicht an dessen Mitgliederzahlen heranreicht. Viele Funktionen sind zahlenden Mitgliedern ("Premium") vorbehalten. Das in Hamburg gegründete Netzwerk ist besonders in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz sehr beliebt, und kann für ein Unternehmen, das in deutschsprachigen Regionen wie der Deutschschweiz tätig ist, von Nutzen sein.

VK (Vkontakte)

VK (früher Vkontakte, "in Kontakt" auf Russisch) ist ein echter Facebook-Klon, der dessen Design und Benutzeroberfläche imitiert und besonders in Russland und den Ländern der ehemaligen UdSSR sehr beliebt ist. Das 2006 gegründete Netzwerk hat mehr als 280 Millionen Mitglieder und ist auf dem russischen Markt führend. Die Basis-Features entsprechen nahezu eins zu eins denen von Facebook, allerdings ist es deutlich leichter, illegale oder raubkopierte Inhalte zu verbreiten. Ursprünglich gab es VK nur auf Russisch, inzwischen steht die Website in zahlreichen weiteren Sprachen zur Verfügung.

QZone

QZone ist das chinesische Pendant zu Facebook und in Europa nahezu unbekannt. Für ein Unternehmen, das in China tätig ist, kann das Netzwerk eine gute Wahl sein. Es wurde 2005 gegründet und zählt mehr als 600 Millionen aktive Userinnen und User pro Monat. Weitere soziale Netzwerke aus China sind im Kommen: die Nachrichten-App Wechat, die Mikroblogging-Website Sina Weibo oder auch die Video-Plattform Youku.

Plattformen für den Austausch von Bildern und Videos

Plattformen für den Austausch von Bildern und Videos können ein fester Bestandteil der Online-Marketing-Strategie eines Unternehmens sein. Die Websites, mit denen man in diesem Bereich unvermeidlich in Berührung kommt, sind YouTube und Vimeo für Videos sowie Flickr, Pinterest und vor allem Instagram für Bilder. Auf Instagram kann man inzwischen ebenfalls Videos hochladen.

Blogs

Ein Blog (englische Wortschöpfung aus "web" und "log") ist ein sehr wirkungsvolles Instrument der Online-Kommunikation. Er funktioniert wie eine Art Firmentagebuch, bei dem die Informationen chronologisch von der neusten bis zur ältesten sortiert werden (die zuletzt geschriebenen Einträge stehen ganz oben). Ein Blog kann eigens für das Unternehmen programmiert werden, doch es gibt auch viele verschiedene vorkonfigurierte und zum Teil kostenpflichtige Plattformen, die sich sehr gut personalisieren lassen. Er eignet sich für sämtliche Arten von Multimedia-Inhalten, von Text über Ton bis hin zu Videos.

Quellen: Wikipedia, Réseaux sociaux et entreprise: les bonnes pratiques, Christine Balagué und David Fayon, Pearson, 2011; Le marketing en ligne, Jon Reed und Christine Balagué, Pearson, 2011.


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Informationen

Letzte Änderung 25.10.2019

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