Besteuerung von Kapitalgesellschaften

Bei der Besteuerung von AG und GmbH muss man klar zwischen Privatem und Geschäft unterscheiden. Auf folgende Punkte sollte man achten.

Im Gegensatz zu den Personengesellschaften besteht bei der Aktiengesellschaft und der GmbH eine klare Trennung zwischen Privatem und Geschäft. AG und GmbH werden als Unternehmen besteuert, Aktionär und Gesellschafter als Privatpersonen.

Die klare Trennung führt auf der anderen Seite aber zu einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung. So wird einerseits der Reingewinn bei der AG besteuert und andererseits fallen beim Aktionär Einkommenssteuern auf die ausgeschüttete Dividende an.

Analog verhält es sich mit dem Aktienkapital. Bei der AG sind darauf Kapitalsteuern fällig und beim Aktionär Vermögenssteuern aufgrund des Aktienwerts. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat dazu eine Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert herausgegeben.

Die Unternehmenssteuerreform II - der Bundesrat hat die Mehrheit der Bestimmungen per 2009 in Kraft gesetzt - mildert die Auswirkungen der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung ab.

Ertragssteuern auf den Reingewinn

Was beim Privaten die Einkommenssteuer, ist bei der Aktiengesellschaft und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung die Ertragssteuer. Diese Gewinnsteuer fällt beim Bund, den Kantonen und der Gemeinde an. Die Steuerpflicht beginnt am Tag der Eintragung ins Handelsregister.

In den meisten Kantonen kommen noch Kirchensteuern dazu - und zwar an die Landeskirchen (reformierte, römisch-katholische und häufig die christkatholische Kirche, in BS und SG auch die jüdische Gemeinde). Im Kanton VD ist die Kirchensteuer bereits in den kantonalen Abgaben inbegriffen. Im Kanton VS kennen nur einzelne Gemeinden die Kirchensteuer und in GE, NE und TI ist die Bezahlung freiwillig. Firmen müssen die Kirchensteuer auf jeden Fall zahlen. Sie können nicht wie Private aus der Kirche austreten und so diese Steuerpflicht ablegen.

Wie wird die Gewinnsteuer berechnet?

  • Bund
  • Kantone AI, AR, FR, GE, JU, LU, NW, OW, SH, TI und VD
  • Gemeinden in den Kantonen BL und UR

wenden darauf einen so genannten proportionalen Steuersatz an.

Darunter versteht man eine einfache Steuer in Prozenten des Gewinns. Ein fester Satz, der beim Bund 8,5% und in den Kantonen und Gemeinden zwischen 2% und 24% beträgt. Am günstigsten ist der Kanton ZG, die höchsten Gewinnsteuern haben BS, BL, GE, GL, SO und ZH.

Alle übrigen Kantone haben ein gemischtes System, das die so genannte Ertragsintensität berücksichtigt. Die Ertragsintensität ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Kapital und Reserven einerseits und dem erzielten Reingewinn anderseits:

  • BS, GL, UR und ZH erheben auf die Grund- bzw. Proportionalsteuer unterschiedliche, progressive Zuschläge
  • AG, SO, SG und TG arbeiten mit einem Zweistufentarif, wobei ausgeschüttete Gewinne zu einem reduzierten Tarif besteuert werden
  • Die Kantone BL, GR und NE wenden einen progressiven Tarif an
  • BE, SZ, VS und ZG kennen ein gemischtes, mehrstufiges Tarifsystem, das nach der Höhe des Gewinns abgestuft ist

Die Gemeinden im Kanton BS erheben keine eigenen Gewinnsteuern, sondern beteiligen sich am Ertrag des Kantons. Die Gemeinden in den Kantonen AG, GR und SG erheben für ihre Gemeinden Zuschläge.

Wichtig zu wissen: Die Gewinnsteuer ist nicht nur auf den ausgewiesenen Reingewinn (Ertrag minus Aufwand) fällig, sondern auch auf den geschäftsmässig nicht begründeten Aufwand (nicht begründete Abschreibungen oder Rückstellungen, verdeckte Gewinnausschüttungen usw.). Dafür gelten die Steuerzahlungen selbst aber als steuermindernder Aufwand. Dies im Gegensatz zu den Steuern von Privatpersonen, wo sie zu den Lebenshaltungskosten zählen und damit nicht von den Steuern abzugsfähig sind.

Besteuerung Gesellschaftskapital

Alle Kantone (aber ohne Bund) erheben zudem Steuern auf das Gesellschaftskapital. Üblich ist es, eine proportionale Abgabe in der Höhe von 3 bis 9 Promille. Nur gerade VS wendet einen leicht progressiven Tarif an.

In den meisten Kantonen erfasst die Kapitalsteuer das Aktien- bzw. Stammkapital sowie die ausgewiesenen Reserven.


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Informationen

Letzte Änderung 06.12.2017

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