
(24.09.2025) Die Anzahl der Schweizer Unternehmen, die aufgrund von Insolvenz ihre Geschäftstätigkeit einstellen mussten, hat einen neuen Rekord erreicht. Im August 2025 stieg die Zahl der Liquidationsverfahren laut den vom Gläubigerverband Creditreform veröffentlichten Zahlen um fast 54% auf 1'209 Fälle.
In den ersten acht Monaten des Jahres haben fast 9'000 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was einem Anstieg von 22% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024 entspricht. Dieser Anstieg ist zum Teil auf eine Gesetzesänderung zurückzuführen, die im Januar 2025 in Kraft trat. Seit dem 1. Januar 2025 müssen staatliche Gläubiger bei ausstehenden öffentlich-rechtlichen Forderungen gegen im Handelsregister eingetragene Schuldner ein Konkursverfahren beantragen, anstatt einer Betreibung auf Pfändung. Diese Gesetzesänderung ist Teil einer Revision des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG), die darauf abzielt, den Missbrauch von Konkursverfahren zu bekämpfen und das Hinauszögern von Konkursen zu erschweren.
Der Verband Creditreform rechnet für das gesamte Jahr mit rund 15'000 Konkursen, was einem Anstieg von mehr als 30% gegenüber 2024 entspräche. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Kantonen: Besonders betroffen waren die Kantone Wallis (+65%) und St. Gallen (+59%). In Glarus (-30%), Uri (-20%), Basel-Landschaft (-10%) und im Tessin (-2%) ist die Zahl der Insolvenzverfahren dagegen zurückgegangen.
Die unternehmerische Dynamik bleibt dennoch hoch. Von Januar bis August wurden 36'650 neue Unternehmen im Handelsregister eingetragen (+4,1%). Allein im August wurden 3'853 Firmen registriert (+8,3%), was den Weg für einen möglichen Jahresrekord von mehr als 55'000 Neugründungen bis Ende 2025 ebnet.
Auch die Löschungen von Unternehmen haben zugenommen. In den ersten acht Monaten des Jahres stieg ihre Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3% (22'802 Fälle). Die Bilanz bleibt jedoch positiv: Creditreform rechnet für 2025 mit einem Nettozuwachs von rund 21'700 Unternehmen.
Letzte Änderung 24.09.2025