Aktiv werden für ein nachhaltigeres KMU

Der siebte und letzte Schritt in der Anwendung der Nachhaltigkeitsindikatoren ist die Erstellung eines Aktionsplans, um die Ökobilanz des Unternehmens zu verbessern.

Im Laufe der vorangegangenen Schritte wurde mithilfe von Indikatoren die Ökobilanz des Unternehmens ermittelt. Die Ergebnisse der Messungen wurden analysiert und es wurden Optionen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit ausfindig gemacht. Nun geht es an die Umsetzung der getroffenen Entscheidungen, wofür klare Ziele formuliert und ein Aktionsplan erstellt werden müssen.

Klare Zielformulierungen für mehr Nachhaltigkeit

Präzise Ziele zu formulieren, ist von entscheidender Bedeutung, um die Ökobilanz des Unternehmens zu verbessern und den Mitarbeitenden und externen Akteuren sein Engagement deutlich zu machen. Zudem wird so der Wille, die gewünschten Ergebnisse zu erreichen, gestärkt. Dank der Vorarbeit, die in den vorangegangenen Schritten zum Herausfiltern der besten Optionen erledigt wurde, können diese Ziele nun klar definiert werden.

Nicht selten geht mit den Zielen eine Veränderung in der Zusammensetzung der Produkte oder eine Anpassung bestehender Verfahren einher, damit die schädlichen Umweltauswirkungen reduziert werden können. Idealerweise sollte man bei der Formulierung der Ziele auch direkt einen Zeitplan für deren Umsetzung festlegen.

Beispiel für eine Tabelle mit klaren Zielformulierungen

Die Ziele können in einer Tabelle wie in folgendem fiktiven Beispiel zusammengestellt werden:

Indikator Überlegungen Ziele

I3.

Indikator für den Verbrauch recycelter und wiederverwendeter Materialien

 

Bei der Verwendung recycelter Materialien liegen wir weit hinter dem Durchschnitt der Industrie zurück. Die Detailhändler und Konsumenten fordern immer mehr Informationen zur Herkunft und zu den Umwelteigenschaften der Materialien.

Erhöhung des Anteils recycelter Materialien über drei Jahre durch einen Wechsel zu anderen Lieferanten:

  • 1. Jahr: auf 20%.
  • 2. Jahr: auf 30% (Durchschnitt der Industrie).
  • 3. Jahr: auf 40% (bestmögliche Option unter Berücksichtigung der aktuellen Recyclingquote).

 

O2.

Indikator für den Energieverbrauch

 

Unser Energieverbrauch in den Fabriken ist sehr hoch und kann durch eine Sanierung der Gebäude drastisch reduziert werden.

Senkung des Energieverbrauchs um 25% über drei Jahre mit folgenden Massnahmen:

  • 1. Jahr: Installation einer neuen Lüftungsanlage
  • 2. Jahr: Vergrösserung der Fensterflächen.
  • 3. Jahr: bessere Wärmedämmung an allen Gebäuden.

 

P5.

Indikator für gefährliche Stoffe in den Produkten

Rund 20% des Gesamtgewichts unserer Produkte besteht aus gefährlichen Stoffen. Es kann sein, dass in naher Zukunft eine neue Gesetzgebung verabschiedet wird, die die Verwendung dieser Stoffe untersagt.

Vollständiger Verzicht auf gefährliche Stoffe in den Produkten in den nächsten 5 Jahren mit folgenden Massnahmen:

  • Erhöhung der Verwendung ungiftiger Materialien in den Herstellungsverfahren um 20% pro Jahr.
  • Entwicklung einer neuen, ungiftigen Produktpalette innert 2 Jahren.
  • Allmähliches Auslaufen der jetzigen Produktpalette ab dem 3. Jahr.

 

Erarbeitung eines Aktionsplans

Die Erstellung eines Aktionsplans erleichtert die Umsetzung der Ziele, indem für die jeweiligen Massnahmen die entsprechenden Aktionen, Zuständigkeiten, Deadlines usw. festgehalten werden. Um einen Aktionsplan zu verwalten und mit anderen zu teilen, kann eine Tabelle sehr hilfreich sein.

Beispiel für einen Aktionsplan

Im folgenden Beispiel für einen Aktionsplan will ein fiktives Unternehmen die Nachhaltigkeit seines Energieverbrauchs erhöhen, indem es seine Gebäude saniert:

Aktion und Ziel Zuständigkeit Deadline
Vollständige Kostenanalyse und Sicherstellung der Finanzierung für das Sanierungsprojekt. Finanzabteilung 2 Wochen
Interne Einschätzungen und Empfehlungen hinsichtlich des Einflusses der Installation einer neuen Lüftungsanlage und der Vergrösserung der Fensterfläche auf die Herstellungsverfahren, die Angestellten und damit verbundene Aspekte. Gebäudemanagement 1 Monat
Besprechung der Optionen und der nächsten Schritte mit der Firmenleitung. Chef des Gebäudemanagements Ende des Monats
Abschliessen von Verträgen mit dem Hersteller der neuen Lüftungsanlage und den Installateuren; Ausarbeitung eines Arbeitsplans für die Übergangsphase. Gebäudemanagement 1. Quartal
Installation der Lüftungsanlage. Gebäudemanagement 2. Quartal
Analyse und Auswertung der Erfolge und Probleme in Zusammenarbeit mit den Fabrikarbeitern. Gebäudemanagement, Nachhaltigkeitsteam 3. Quartal
Anpassung des Zeitplans und der nächsten Schritte anhand der ersten Ergebnisse. Nachhaltigkeitsteam 4. Quartal

In der Regel ist es notwendig, für jeden Indikator einen eigenen Aktionsplan zu erstellen, um den verschiedenen Unternehmensbereichen dabei zu helfen, die Vielzahl an Verbesserungsmöglichkeiten zu bewerten.


Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter (Anmeldung rechts oben) und bleiben Sie informiert.


Informationen

Letzte Änderung 04.09.2017

Zum Seitenanfang

https://www.kmu.admin.ch/content/kmu/de/home/fakten-trends/corporate-social-responsibility-csr/oekobilanz-verbessern/aktiv-werden.html