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Wirtschaftsaufschwung durch einen inklusiveren Arbeitsmarkt

Eine Frau mit einem Tablet in der Hand auf einer Baustelle.

(02.02.2022) Um die wirtschaftliche Erholung zu beschleunigen, würde der Schweiz eine stärkere Beteiligung von Frauen und älteren Arbeitnehmenden am Arbeitsmarkt guttun. Laut Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind die Löhne der vollzeitbeschäftigten Frauen in der Schweiz um durchschnittlich 19% tiefer als die der Männer.

Der Schweizer Arbeitsmarkt hält der Pandemie stand und funktioniert insgesamt recht gut bei einer relativ niedrigen Arbeitslosenquote. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist hierzulande jedoch so hoch wie in kaum einem anderen Land der OECD und es besteht die Gefahr, dass er sich durch die Pandemie noch weiter vergrössert, wie die Organisation in ihrem Bericht warnt. Darüber hinaus arbeiten 45% der Frauen in Teilzeit, während es im gesamten OECD-Raum nur 25% sind.

Dieser Anteil könnte durch eine bessere Kinderbetreuung reduziert werden. Die Eröffnung von Betreuungseinrichtungen müsste der OECD zufolge Priorität haben. Nur die Hälfte der Kinder zwischen drei und fünf Jahren waren 2018 in einer solchen Einrichtung angemeldet, wohingegen es im OECD-Durchschnitt 87% waren. Auch eine Änderung der Gesetze zur Besteuerung der Haushalte könnte die Situation verbessern.

Die durch die COVID-19-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise hat die Stellung der ältesten Arbeitnehmenden geschwächt. Die OECD beobachtet einen beunruhigenden Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den 55- bis 64‑Jährigen. Diese Altersklasse ist am stärksten von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Eine Rentenreform und gezielte politische Massnahmen zur Unterstützung älterer Arbeitnehmender bezüglich Jobsuche und Umschulung könnten die Lage nach Einschätzung der Organisation verbessern.

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