"Gli albergatori devono diventare dei comunicatori, oltre che bravi gestori"

Das Hotelgewerbe befindet sich aufgrund der technologischen Entwicklungen in einem tiefgreifenden Wandel. Anne Southam-Aulas, die Gründerin der Genfer Gruppe Hôtels et Patrimoine, erläutert uns ihren Standpunkt.

Die 2004 gegründete Gruppe Hôtels et Patrimoine hat heute sechs Hotelbetriebe und ein Restaurant in den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg unter ihrem Dach. In einer Zeit, in der neue Technologien die Hotelbranche grundlegend verändern, gelang dem Unternehmen die Anpassung mithilfe verschiedener Innovationen. Erläuterungen.

Was waren die entscheidenden Phasen in der Entwicklung Ihrer Firma?

Anne Southam-Aulas: Seit 2005 hat die H&P-Gruppe insolvente Hotels oder Industriebrachen aufgekauft, um sie zu renovieren und dann in den 3- und 4-Sterne-Segmenten der Hotelindustrie zu nutzen. Im Durchschnitt haben wir seitdem alle 18 Monate ein Hotel eröffnet. Im Moment betreiben wir sechs Hotelbetriebe mit insgesamt 300 Zimmern und 65 Beschäftigten. Wir haben einen ehrgeizigen Entwicklungsplan mit dem Ziel, bis 2020 insgesamt 600 Zimmer und elf Hotels unter unserer Leitung zu haben. Zu diesem Zweck sichern wir uns Hotelmanagement-Verträge und arbeiten an Bauprojekten mit Dritteigentümern.

Wie würden Sie Ihr Geschäftsmodell beschreiben?

Southam-Aulas: Unsere Stärke ist, dass wir alle Schritte für die Gründung und den Betrieb eines Hotels selbst in einen Prozess integrieren konnten. Wir beherrschen sowohl die architektonische Planung und die Inneneinrichtung nach einem Leitthema als auch das eigentliche Hotelmanagement und die Back-Office-Aktivitäten, die bei uns am Hauptsitz in Vésenaz (GE) zentral gesteuert werden. Unsere Besonderheit besteht im Know-how, das wir entwickelt haben: Wir haben eine Reservierungszentrale, wir können den Empfang aus der Ferne steuern, mit Check-in-Säulen oder Schlüsselkästen, wobei in jedem Fall Unterstützung durch einen Menschen (per Video) sichergestellt ist. Darüber hinaus haben wir Concierge-Leistungen im Angebot, die der Kunde vor seiner Ankunft im Hotel buchen kann. Dann steht ihm der gleiche Service wie in einem 5-Sterne-Hotel zur Verfügung. Wir arbeiten auch mit innovativen Unternehmen zusammen, zum Beispiel Meunier aus Dijon in Frankreich, das hochwertige Fertiggerichte anbietet, die sich in einem Dampfkochtopf zubereiten lassen. Und nicht zuletzt ist unser Personal sehr vielseitig einsetzbar: Eine Hausdame, die auch mal den Check-out übernimmt oder ein Rezeptionist, der darüber hinaus das Frühstück zubereiten und servieren kann. Vielseitigkeit und Innovation sind die tragenden Säulen unserer Organisation.

Wie hoch ist Ihr Umsatz mittlerweile?

Southam-Aulas: In diesem Jahr wird unser Umsatz bei rund CHF 8,5 Millionen liegen, mit einem EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, and Amortization) von 28 bis 29%. 2015 haben wir die neue Reservierungszentrale eröffnet, unseren Concierge-Service in zwei Hotels gestartet, mehrere Bewirtungskonzepte ausprobiert, bei denen der Gast eigenständiger sein kann, das Hotel eines Dritten geleitet, unsere Verfahren etabliert und neue Manager ausgebildet, welche einen Betrieb übernehmen können, wenn wir wachsen.

Der Kauf von Hotels erfordert viel Kapital. Wie finanzieren Sie diese Übernahmen?

Southam-Aulas: Die H&P-Gruppe hat an ihrer Spitze eine zentrale Holding mit einem Kapital von CHF 22,9 Millionen. Unsere Verschuldung beträgt 47%. Unsere Finanzierung stammt von Schweizer Privataktionären und Pensionskassen.

Welche innovativen Lösungen haben Sie in jüngster Zeit in Ihren Hotels umgesetzt?

Southam-Aulas: Unsere Reservierungszentrale verfügt über einen Channel Manager (ein Verwaltungssystem für die Verfügbarkeiten und Preise) sowie modernste Kompetenzen, insbesondere dank unseres Revenue Managers (Experte für den strategischen Vertrieb der verfügbaren Zimmer).

Wie kann sich die Hotellerie dank der neuen Technologien modernisieren?

Southam-Aulas: Hotels mit weniger als 60 Zimmern sollten erwägen, entweder den Empfang zu automatisieren oder einen beachtlichen Mehrwert zu erbringen, wie bei den Hotels vom Typ Relais & Château. Nur die grossen Hotels können es sich noch erlauben, Tag und Nacht Personal an der Rezeption zu beschäftigen. Ansonsten gilt das Motto "gemeinsam sind wir stark"; wir sind dafür ein guter Beweis. Mit 300 Zimmern können Sie sich einen Revenue Manager, richtige Marketing-Kampagnen und einen echten Beschaffungsdienst leisten. Neue Technologien sind dabei eine Hilfe, zum Beispiel die Hotelmanagement-Software Base 7 Booking, mit der wir unsere Produktivität erhöhen konnten. Von der Buchung über eine Online-Agentur bis zur Registrierung an der Check-in-Säule ist alles in einen einzigen Prozess integriert, was dadurch möglich ist, dass die Programmiersprachen miteinander kompatibel sind.

Was hat die Technologie im Hinblick auf den Hotelierberuf verändert?

Southam-Aulas: Heute ist der Hotelier in direktem Kontakt mit seinem Markt und seinen Kunden. Die Reisebüros sind verschwunden, alles ist online. Das fängt bei der Bewertung an, auf Booking oder Tripadvisor, die einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidung der Kunden hat. Ein Problem beim Empfang wird sofort mit einer schlechten Note und einem entsprechenden Kommentar auf dem Buchungsportal bestraft. Hoteliers müssen nicht nur gute Manager, sondern auch Kommunikationsexperten werden.

Vor welchen grossen Herausforderungen wird die Schweizer Hotellerie Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren stehen?

Southam-Aulas: Die Schweizer Hotellerie muss sich unbedingt erneuern und sich trauen, sehr innovative Haltungen einzunehmen. Themenhotels finden bei den Kunden Anklang und heben sich von den einheitlichen Ketten ab. Die Bauqualität muss einwandfrei sein. Ein altes Gebäude kann viel Charme haben, doch es muss von der Inneneinrichtung und von der Ausstattung zum Zeitgeist passen. Die Schweizer Hotellerie lebt auch von den Events, die in den Bereichen Wirtschaft, Sport, Kunst und Musik entstehen. Je mehr Aktivität, desto besser geht es den Hotels. Es ist eine Katastrophe, wenn man einen Kongress verliert oder ein grosses internationales Kulturevent abspringt.

Eine letzte Frage: Was würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern raten, der heute in der Schweiz eine Firma gründen wollen?

Southam-Aulas:
Man muss hartnäckig bleiben, sich mit den richtigen Leuten umgeben und sollte vorher schon Berufserfahrung gesammelt haben.

Informazione

Biografia

Portrait d'Anne Southam-Aulas, fondatrice du groupe Hôtels et Patrimoine.

Nata nel 1964, di nazionalità svizzera, sposta e madre di 3 bambini, Anne Southam-Aulas ha lavorato per più di quindici anni alla creazione e lo sviluppo di imprese innovatrici. Nel 2004 fonda il gruppo Hôtels et Patrimoine. Dopo la maturità, ottiene un brevetto in relazioni pubbliche e segue poi una formazione in amministrazione e gestione d’impresa a Londra (St-Godric’s College) e Ginevra (ESM).

Ultima modifica 04.11.2015

Inizio pagina

https://www.kmu.admin.ch/content/kmu/it/home/attualita/interviste/2015/albergatori-devono-diventare-communicatori.html