Modellprojekte

Firmen wie Google Zurich, Pixar oder Rackspace haben ihre Büros mit dem Ziel eingerichtet, die Kreativität ihrer Angestellten zu fördern. Wir stellen einige Modelle vor.

In einem Unternehmen kann die Inneneinrichtung nicht nur die Stimmung, sondern auch die Kreativität der Angestellten beeinflussen. Aus den Praxiserfahrungen erfolgreicher Firmen lassen sich viele Schlüsse ziehen.

Zentralisierte Toiletten bei Pixar

Der Erfolg der Pixar Animation Studios verführt zum Träumen. Seit 1995 haben sie rund 15 per Computergrafik animierte Langfilme produziert. Jeder spielte mehr als USD 350 Millionen ein. Dieses Ergebnis ist grösstenteils auf den Ideenreichtum dieser Firma zurückzuführen, die 1979 als Sparte von Lucasfilm, der Produktionsfirma von George Lucas, gegründet wurde, um computerbasierte Spezialeffekte zu entwickeln. Erst 1986 wurde Pixar dann eine eigenständige Firma, was besonders dem Einsatz von Steve Jobs zu verdanken ist.

Um die Kreativität seiner Mitarbeitenden anzuregen, hat Pixar seine Firmenräume einer vollkommen neuartigen Gestaltung unterzogen, die den Ideenaustausch und die Interaktion zwischen den Beschäftigten aus unterschiedlichen Abteilungen fördern soll.

Erstens arbeiten alle - Informatiker, aber auch Drehbuchautoren und Zeichner - im selben Gebäude, einer ehemaligen Obstkonservenfabrik im Norden von Oakland in Kalifornien. Zweitens befindet sich in der Mitte des Gebäudes ein geräumiges Atrium. Dort sind die Briefkästen, die Konferenzräume, die Kantine, ein Geschenkeladen und sogar die einzigen Toiletten untergebracht. Auf diese Weise wird für zufällige Begegnungen und unverhoffte Gespräche gesorgt, da sich in der Regel jeder und jede mindestens einmal pro Tag dorthin begibt. Und drittens gibt es auf dem Firmengelände von Pixar elf Cafés, wodurch der Austausch in einem ungezwungenen und entspannten Rahmen erleichtert wird.

Rutschen bei Google Zurich

Die Büroräume von Google, die auf der ganzen Welt verstreut sind, gelten als Paradebeispiel für eine kreativitätsfördernde Innenarchitektur. Der Londoner Firmensitz von Google hat drei "Open Spaces" mit freien Arbeitsplätzen, wo sich die Ingenieure ganz nach Lust und Laune einrichten können. An den Wänden entlang gibt es "intimere" Räume - kleine Sitzecken mit Sofas und grossen Kissen, die man mit einem Vorhang abgrenzen kann - für Gruppendiskussionen. Doch die Angestellten können sich auch in offizielleren Konferenzräumen treffen, die mit Glaswänden abgetrennt sind. In der Mitte der Flure gibt es kleine weisse Sitzblöcke, auf denen man spontane Gespräche fortführen kann.

In Zürich, wo Google sein zweitgrösstes Entwicklungszentrum nach den USA angesiedelt hat, herrscht eine ähnliche Atmosphäre. Mitarbeitende, die zwischendurch den Kopf freibekommen wollen - viele Studien weisen darauf hin, dass Pausen die Kreativität fördern -, haben die Möglichkeit, dafür Spielkonsolen, Billardtische, den Fitnessraum, den Massageraum oder den Garten zu nutzen. Ausserdem haben sie das Recht, 20% ihrer Arbeitszeit mit einem persönlichen Projekt zu verbringen.

Besonders gewagt ist die Gestaltung eines neuen Gebäudes, das 2011 eröffnet wurde: Dort findet man eine Nachbildung des Gotthardtunnels, einen Dschungel, Iglus, alte Seilbahnen oder auch Rutschen zwischen den Etagen. Auf diese Weise soll die Fantasie der Mitarbeitenden angeregt werden und vielleicht auch dafür gesorgt werden, dass diese mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen.

Überall an den Wänden sind Whiteboards aufgehängt, auf denen spontane Einfälle notiert werden können. Auch fehlt es den Angestellten keinesfalls an Orten, wo sie sich in entspannter Atmosphäre treffen können: Jeder Arbeitsplatz ist maximal 33 Meter von einer Cafeteria entfernt. Essen und Getränke sind kostenlos.

Wie zu Hause bei Rackspace

Andere Firmen haben sich dafür entschieden, ihre Räumlichkeiten so einzurichten, dass sie einem Wohnhaus gleichen. So entsteht eine Grauzone zwischen privaten und beruflichen Räumen, was dazu führen soll, dass sich die Mitarbeitenden wohl fühlen und so ihre Kreativität angeregt wird.

Rackspace, eine amerikanische Cloud-Computing-Firma, hat vor Kurzem in London ein Büro eröffnet, in dem jedes Stockwerk die Atmosphäre eines Zimmers ausstrahlt. Das Erdgeschoss wird "Garage" genannt und ist mit Ziegelsteinwänden ausgestaltet. Mittendrin steht ein Mini. Eine andere ist wie ein Wohnzimmer eingerichtet, mit Ledersofas und Kamin. Es gibt auch eine "Garten"-Etage mit Kunstrasen und Schaukeln.

In dieselbe Richtung geht die Idee der britischen Firma Innocent Drinks, die Fruchtsäfte produziert. Sie gestattet ihren Angestellten, barfuss und in Shorts zu arbeiten. Die Büros sind mit Kunstrasen ausgelegt und überall stehen Pflanzen.


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Informationen

Letzte Änderung 13.10.2015

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