Ideenmanagement und Kreativitätsförderung

Fehlende Organisation kann verhindern, dass Ideen zur Umsetzung gelangen. Ideenmanagement besteht darin, Neuerungen einzubringen, zu entwickeln und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ideen sind eng verbunden mit Phantasie. Der Begriff entstammt dem griechischen Wort phantasia und bedeutet "geistiges Bild". Diese Begabung erlaubt dem Menschen das Kreieren alternativer Entwürfe zur wahrgenommenen Wirklichkeit.

Am Innovationsprozess sind zwei Parteien beteiligt: die Mitarbeitenden und der Unternehmer oder die Unternehmerin. Unternehmertum bedeutet demzufolge marktgerichtete kreative Wertgenerierung.

Doch wie werden Ideen zielgerichtet entwickelt? Die Basis dazu bieten die Erkenntnisse aus der Innovationsstrategie bezüglich der Suchfelder und der strategischen Bedeutung der Technologie- und Marktrends. Diese Rahmenbedingungen geben die Leitplanken für die Ideenwahl. Es stellen sich nun die Fragen:

1. Wer liefert Ideen?

Ideen oder zumindest Ideenanstösse liefern vorab drei Gruppen:

  • Unternehmer;
  • Mitarbeiter;
  • Externe Personen (Kunden, Lieferanten, Partnerunternehmen, externe Berater, Treuhänder, öff. Institute wie Universitäten, Technische Hochschulen, Fachhochschulen).

Insbesondere die Zusammenarbeit mit Unis, ETH/EPFL, Fachhochschulen ist oft viel versprechend und empfehlenswert. Dies wegen der Wechselwirkung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Privatwirtschaft. Dieser Transfer bringt wiederum den Innovationsprozess voran.

2. Wie kann Kreativität gefördert werden?

Kreativitätsförderung hängt vorab von drei Einflussfaktoren ab, die auf die menschliche Kreativität Einfluss nehmen:

a) Individuelle Fähigkeiten und Selbst-Motivation

Bei der Nutzung der individuellen Fähigkeiten und der Selbst-Motivation der Mitarbeitenden müssen Unternehmende eine klare Vorbildfunktion übernehmen, als Innovationsförderer gegenüber den Mitarbeitenden auftreten sowie entsprechende Rahmenbedingen schaffen. Mögliche kreativitätsfördernde, -weckende und -unterstützende Instrumente und Massnahmen sind:

  • Mitarbeitendengespräche;
  • Teamsitzungen;
  • Kreativitätstechniken (Brainstorming, Synektik, morphologischer Kasten etc.);
  • Innovations-Workshops/Qualitätszirkel;
  • Projektarbeit;
  • Führung durch Zielvorgaben (MbO).

b) Stimmung

Die Stimmung im Unternehmen ist der zweite wichtige Einflussfaktor auf die Kreativität. Grundsätzlich fängt die gute Stimmung bei der Chefin, dem Chef selber an. Fragen Sie sich gleich selber:

  • Wie bin ich gekleidet - stilvoll oder bieder?
  • Wie sieht es mit der Ordnung bei Ihnen daheim aus - herrscht ein "kreatives Chaos" oder ist alles streng geordnet?
  • Wie grüssen Sie Ihre Mitarbeiter am Morgen - fröhlich oder griesgrämig?
  • Stehen im Büro frische Schnittblumen - oder welkt ein verstaubter Kaktus?

Je mehr dieser Fragen Sie negativ beantworten müssen, desto mehr müssen Sie bei sich selbst beginnen. Denn Ihre positive Ausstrahlung - und diese täglich vorgelebt - weckt auch in Ihrem Unternehmen gute Stimmung. Solche gute Stimmung wirkt sich förderlich auf die Kreativität in Gruppen aus.

Allerdings zeigen Untersuchungen auch, dass alleine arbeitende Personen wesentlich mehr Ideen generieren als Leute in existierenden Gruppenstrukturen. Gründe dafür sind Koordinationsverluste, aber auch Motivationsabfall durch Trittbrettfahren oder Statusängste gegenüber anderen Gruppenmitgliedern.

c) Einfluss der Minoritäten innerhalb einer Unternehmung

Der soziale Einfluss von Minderheiten ist der dritte zentrale Faktor, der sich auf die individuelle Kreativität auswirkt. Seien es pfiffige Tüftler, Querdenker, Künstler oder Trendforscher, die Sie beispielsweise zu einer Ihrer strategischen Innovationssitzungen einladen - eine provozierte Auseinandersetzung mit deren abweichenden Ansichten kann die kreative Leistung erhöhen, da so auch andere Gesichtspunkte in die Problemstellung einfliessen.

3. Welche Instrumente zur Ideengewinnung gibt es und wie tauglich sind sie?

Es gibt zahllose "klassische" Kreativitätstechniken wie Brainstorming, Synektik, Morphologischer Kasten oder Mindmapping. Sie alle eignen sich, um Ideen zu sammeln, zu gewichten und zu verdichten.

Wichtig: Ideenfindung und -strukturierung muss kontinuierlich und regelmässig erfolgen. Hilfreich sind hier Checklisten: Mit der Ideenkarte in der Unternehmung schaffen Sie ein Instrument, damit wertvolle Ideen nicht verloren gehen (Checkliste rechts als Download erhältlich). Die Mitarbeitenden notieren darauf ihre Gedanken und Ideen und geben sie regelmässig ab. Die Karten werden periodisch (wöchentlich bis monatlich) ausgewertet.

Es ist zudem nötig, dass die Ideenfinder rasch und direkt Feedback auf ihre Eingabe erhalten. Die eingegangenen Ideen werden in einer Ideensammlung festgehalten (Wissensdatenbank) und anschliessend bewertet. Schliesslich müssen die Resultate der Ideenevaluation offen im Unternehmen kommuniziert werden - sowohl diejenigen Ideen, die weiterverfolgt werden, wie auch diejenigen, welche fallen gelassen werden.

Ideenkarte
Name der Idee
Beschreibung der Idee
Für welches Produkt?
Für welche Kunden geeignet?
Finder
Datum
Quellen (und wo gibt es das bereits?)
Nutzen für mein Unternehmen
Nutzen für Kunde(n)
Mögliche Stückzahl (1 oder mehr?)
Skizze
oder Prototyp beiliegend

Quelle: "Innovationen im Kleinunternehmen", Schweizerisches Institut für Klein- und Mittelunternehmen, Universität St. Gallen in Anlehnung an Enkel, 2006.


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Informationen

Download

Liste de contrôle: carte des idées (2006) (DOC, 35 kB, 27.01.2016)Schweizerisches Institut für Klein- und Mittelunternehmen à l’Université de Saint-Gall (KMU-HSG)

Letzte Änderung 13.10.2015

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