Innovationsbereiche: Kundennutzen, Prozess, Soziales

Innovationen beschränken sich längst nicht mehr auf die Entwicklung guter Produkte oder Dienstleistungen. Heute dominiert die Vorstellung der so genannten wettbewerbsüberlegenen Innovationsfähigkeit, welche im gesamten Unternehmen gilt.

Innovationen können in drei Kategorien unterteilt werden:

1. Kundennutzeninnovation

Die effektivsten Veränderungen sind jene, welche den aktuellen und künftigen Kunden Nutzen stiften. Neue Produkte werden von der Kundschaft dann am besten akzeptiert, wenn sie aus der Sicht der Kunden eine klar erkennbare Verbesserung darstellen.

Wichtig ist dabei, dass die wirklichen Kundenbedürfnisse richtig identifiziert werden: Entspricht die Innovation tatsächlich einem Kundenbedürfnis oder wird nur vermutet, dass die Kunden die Innovation gebrauchen könnten?

Diese Kundenbedürfnisse richtig einzuschätzen, ist eine wesentliche, aber nicht immer einfache Aufgabe. Oft sind Ingenieure oder Firmeninhaber von einer selbst entwickelten Idee oder einer interessanten Vermarktungsidee so begeistert, dass sie vernachlässigen, beim Kunden eine entsprechende Bestätigung zu holen.

2. Prozessinnovation

Bei Prozessinnovationen, auch Verfahrensinnovationen genannt, geht es darum, den Weg der Leistungserstellung zu optimieren und nicht die Leistung selbst. Prozessinnovationen helfen den Unternehmen, ihre Betriebsabläufe (materiell oder auch informationell) effektiver und kreativer zu gestalten. Als Prozesse wird die Art und Weise sowie die Reihenfolge (vom Input über den Durchlauf bis zum Output) verstanden, in der die Aufgaben bei der Leistungserstellung eines Unternehmens aufeinander folgen.

Ziel von Prozessinnovationen ist die Produktivitätssteigerung (Verhältnis zwischen Prozessergebnis und Durchlaufzeit). Das Unternehmen will hochstehende Produkte zu möglichst tiefen Produktionskosten herstellen. Diese Ziele lassen sich direkt durch eine Optimierung der Prozesse beeinflussen. Prozessinnovationen können auch helfen, die Betriebssicherheit zu verbessern sowie den Rohstoff- und/oder den Energieeinsatz zu reduzieren.

3. Kultur- und Sozialinnovation

Nicht nur Produkte oder Prozesse lassen sich innovieren. Auch im Mitarbeiterbereich sind Erneuerungsanstrengungen, auch Sozialinnovationen genannt, nötig. Beispielsweise wenn sich ein Unternehmen das Ziel setzt, bevorzugter Arbeitgeber für innovative Arbeitnehmer zu werden oder die Angestellten als Unternehmer in ihrem Bereich zu fördern.

Sozialziele hierzu können sein:

  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit;
  • Senkung der Fluktuation;
  • Besserer Unfallschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz;
  • Förderung der Kreativität;
  • Förderung der unternehmerischen Haltung der Angestellten.

Kulturinnovationen sind schwer zu messen. Wie soll beispielsweise eruiert werden, ob die Identifikation der Mitarbeitenden mit der Unternehmung respektive deren Zielen gestiegen ist? Anhaltspunkte können allenfalls mit Mitarbeiterbefragungen ermittelt werden:

  • Besserer Unfallschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Sinkende Mitarbeiterfluktuation
  • Abnahme der Ausfallzeiten
  • Tiefere Unfall-/Morbiditäts-Rate

Innovationen in der Organisation werden Strukturinnovationen genannt. Darunter versteht man die Verbesserung der Ablauf- wie auch der Aufbauorganisation des Unternehmens. Mit organisatorischen Innovationen lassen sich folgende Ziele realisieren:

  • "harte" Ziele wie Kostensenkung, Qualitätsverbesserung und Produktivitätssteigerung;
  • "weiche" Ziele wie höhere Arbeitszufriedenheit, besseres Betriebsklima, kreativere Mitarbeitende.

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Letzte Änderung 13.10.2015

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