Favoriten auswählen und Zielkonflikte einbeziehen

Der letzte Schritt in der Analyse der Nachhaltigkeitsindikatoren besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen den Verbesserungen und möglichen negativen Auswirkungen zu finden.

Die Massnahmen, die der Verbesserung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens dienen sollen, können in einigen Fällen unerwünschte Nebenwirkungen haben. Um zu einer optimalen Lösung zu gelangen, sollte man daher ein Gleichgewicht zwischen den möglichen Optionen und den eventuell daraus resultierenden negativen Konsequenzen finden.

Beispiel für verschiedene Optionen mit unterschiedlichen Konsequenzen

Die folgende Tabellenkalkulation wurde aus dem vorherigen Kapitel übernommen. Es handelt sich um ein Beispiel eines fiktiven Unternehmens, das die optimalen Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung finanzieller Aspekte ermitteln will. Dabei werden drei Szenarien durchgespielt.

  Szenario 1
Basis
Szenario 2
Austausch der Kühlgeräte, um die Abhängigkeit von den Notgeneratoren zu verringern
Szenario 3
Bessere Dämmung und Lüftung und mehr Fensterfläche, um den Energieverbrauch insgesamt zu senken
Jahresenergieverbrauch gesamt (MJ) 400'000 350'000 300'000
Indikator für den Energieverbrauch (O2) = Energieverbrauch gesamt / Normierungsfaktor 8MJ/Produkt  7 MJ / Produkt
(-12,5% im Vergleich zu Szenario 1)
 6 MJ / Produkt
(-25% im Vergleich zu Szenario 1)
Energiekosten pro Jahr USD 200'000 USD 180'000 USD 150'000
Unterschied der Energiekosten im Vergleich zu Szenario 1 pro Jahr   USD 20'000 USD 50'000
Kosten für neue Fabrikausstattung 0 USD 50'000 USD 200'000
Erwartete Lebensdauer der neuen Ausstattung   5 Jahre 10 Jahre
Jährliche Abschreibung der Kosten   USD 10'000 USD 20'000
Gesamtkosten pro Jahr USD 200'000 USD 190'000 USD 170'000
Amortisationsdauer   2,5 Jahre 4 Jahre
Reingewinn 0 USD 50'000 USD 300'000
Return on Investment   100% 150%

Vor- und Nachteile der Szenarien 2 und 3

Jedes Szenario hat Vor- und Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt:

  • Szenario 2 bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, Kosten zu sparen und seinen Energieverbrauch zu senken. Die eingesparte Summe ist relativ niedrig, die Amortisationsdauer ist kurz.
  • In Szenario 2 könnte das Unternehmen auch bedenken, dass die geringere Abhängigkeit von den Notgeneratoren die Firma anfälliger für Probleme mit den Energieversorgern macht, wodurch die Betriebskosten und die Versorgungssicherheit gefährdet sein können.
  • In Szenario 3 ist die Ausgangsinvestition höher und die Amortisationsdauer länger, doch dafür sind die Einsparungen und der potenzielle Gewinn deutlich höher.

Welche Option die beste ist, hängt von den spezifischen Bedürfnissen des Unternehmens ab.

Gespräche mit den Partnern der Firma

Gespräche mit den Partnern des Unternehmens, die von den Nachhaltigkeitsmassnahmen betroffen sein könnten - Lieferanten, Angestellte, ansässige Bevölkerung, Behörden, Kunden, Investoren usw. -, können bei der Auswahl einer Option helfen. Die Einbeziehung dieser Akteure kann zudem dazu führen, dass man neue, bisher unbekannte Möglichkeiten findet und zusätzliche nützliche Informationen erhält.


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Informationen

Letzte Änderung 04.09.2017

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