
(29.04.2026) Die weltweite Wirtschaftstätigkeit setzt im April trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ihr moderates Wachstum fort. Die beiden Indikatoren der Konjunkturforschungsstelle (KOF) liegen weiterhin über der Schwelle von 100 Punkten.
Der sogenannte Koinzidenzindikator (Global Coincident Economic Barometer) misst die Konjunkturlage zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im April 2026 verzeichnete er gegenüber März einen leichten Rückgang um 0,2 Punkte auf 102,1 Punkte. Der Frühindikator für die Lage in etwa sechs Monaten (Global Leading Economic Barometer) stieg hingegen um 1,7 Punkte auf 102,9 Punkte. Diese Zahlen zeugen von einem moderaten globalen Wachstum.
Die aktuelle weltweite Wirtschaftstätigkeit variiert je nach Region erheblich. Gestützt durch die guten Ergebnisse der USA und Kanadas leistet die westliche Hemisphäre einen positiven Beitrag zur Konjunktur. Europa und die Region "Asien, Pazifik und Afrika" dämpfen jedoch die Gesamtleistung (-0,3 respektive -0,1 Punkte beim Koinzidenzindikator).
Der Frühindikator erreicht mit 102,9 Punkten seinen höchsten Stand seit März 2022 (103,1 Punkte). Dieses Ergebnis wird besonders von der westlichen Hemisphäre getragen (+1,2 Punkte auf 109,6 Punkte), die damit ihre beste Leistung seit August 2021 (116,7 Punkte) verzeichnet. Auch die Region "Asien, Pazifik und Afrika" trägt mit +0,5 Punkten zu diesem positiven Trend bei, während Europa auf dem vorherigen Niveau verharrt.
Alle Sektoren (Baugewerbe, Wirtschaft, Industrie, Handel und Dienstleistungen) verzeichnen im April einen Aufschwung. Der Gross- und Detailhandel (113,9 Punkte) sowie das Baugewerbe (105 Punkte) erreichen ihren höchsten Stand seit 2022.
Die Umfrageteilnehmer scheinen den Konflikt im Nahen Osten als vorübergehend anzusehen und davon auszugehen, dass die Auswirkungen vor allem regionaler Natur sein werden. Die Folgen für die Weltwirtschaft dürften aus ihrer Sicht relativ begrenzt bleiben.
Letzte Änderung 29.04.2026