
(20.05.2026) Der Schweizer Aussenhandel hat im 1. Quartal 2026 einen starken Dämpfer erlitten. Die Exporte sanken um 4,2% auf CHF 66,9 Milliarden – laut dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) der niedrigste Stand seit dem 3. Quartal 2021.
Der Handelsbilanzüberschuss belief sich auf CHF 11,1 Milliarden, was einem Rückgang im fünften Quartal in Folge entspricht.
Der Chemie- und Pharmasektor ist besonders stark vom Exporteinbruch betroffen (-8,1% / - CHF 3 Milliarden). Die Ausfuhren von Pharmaprodukten schrumpften um 9,3%, während die von chemischen Erzeugnissen um 4,1% zurückgingen. Entgegen dem Trend verzeichnete die Uhrenindustrie ein Wachstum (+2,1%, + CHF 134 Millionen). Auch die Exporte von Fahrzeugen (insbesondere Flugzeuge und Raumfahrzeuge) stiegen um +1,2% und erreichten einen Rekordwert von CHF 1,8 Milliarden.
Das BAZG verzeichnet einen Rückgang der Importe um 4,7% auf CHF 55,8 Milliarden. Auch hier verzeichnete die Chemie- und Pharmabranche einen deutlichen Rückgang um 10,8% (- CHF 2,3 Milliarden). Auch die Sparte Bijouterie und Juwelierwaren verzeichnete einen Einbruch ihrer Lieferungen um mehr als einen Fünftel (-22,2%, - CHF 570 Millionen).
Geografisch gesehen stiegen lediglich die Exporte nach Europa (+3,8%), angeführt von Belgien, Italien, Frankreich und Slowenien (insgesamt + CHF 1,3 Milliarden). Die Ausfuhren nach Nordamerika gingen hingegen um -14,4% zurück. Die Zahlen für die USA (-15,6%) fielen auf den tiefsten Stand seit dem 4. Quartal 2020 (CHF 9,8 Milliarden). Asien verzeichnete zudem ein Minus von 5,2%, insbesondere aufgrund des Rückgangs in China (-9,8%).
Bei den Importen ist der Abwärtstrend hauptsächlich auf Europa (-5,2%) zurückzuführen, wobei Slowenien den deutlichsten Rückgang verzeichnet (- CHF 1,3 Milliarden). Die Einfuhren aus Nordamerika stiegen hingegen um 2,8%. Die Importe aus Südkorea (Chemie-Pharma), die seit fünf Quartalen in Folge zunehmen, erreichten mit CHF 1,1 Milliarden einen Rekordwert.
Letzte Änderung 20.05.2026