
(13.05.2026) Der Schweizer Arbeitsmarkt bestätigt seinen Trend zur Stabilisierung. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der offenen Stellen laut dem Swiss Job Market Index gegenüber dem letzten Quartal 2025 um +0,7% und im Jahresvergleich um +0,8%.
Ergänzend zu diesem Index zeigt der KOF-Beschäftigungsindikator zudem, dass mehr Unternehmen planen, Stellen zu schaffen, als welche abzubauen. Die Lage bleibt jedoch angespannt: Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2026 bei 3,2% (+0,3 Prozentpunkte im Jahresvergleich), und das BIP dürfte 2026 nur um 1% wachsen.
Die von der Adecco-Gruppe und der Universität Zürich durchgeführte Studie, die auf der Analyse von über einer Million Schweizer Stelleninseraten zwischen 2015 und 2026 basiert, zeigt, dass die Nachfrage nach überfachlichen Fähigkeiten (Teamarbeit, selbstständiges Arbeiten, analytisches Denken usw.) steigt. Seit 2022 liegt der Anteil der Stellenanzeigen, in denen diese Skills erwähnt werden, bei über 60%. Die formalen Anforderungen an Fachwissen (z.B. Kenntnisse in Betriebswirtschaft oder IKT) sind hingegen von 25% im Jahr 2015 auf weniger als 23% im Jahr 2026 zurückgegangen.
Zu den am meisten gefragten überfachlichen Fähigkeiten zählen Eigeninitiative und proaktives Handeln, Teamfähigkeit sowie Lernbereitschaft. Die Hochschulberufe im Sozialwesen sowie Fachkräfte in Verkauf und Handel verzeichnen den deutlichsten Anstieg. Im Gegensatz dazu ist in der Gruppe Fachkräfte Handwerk und Industrie ein rückläufiger Trend bei den überfachlichen Fähigkeiten zu beobachten.
Den Autoren der Studie zufolge ist dieser allgemeine Anstieg der Nachfrage nur teilweise auf künstliche Intelligenz zurückzuführen. Denn die Berufe, die am stärksten von KI betroffen sind, sind auch diejenigen, die am wenigsten überfachliche Kompetenzen erfordern. Diese Entwicklungen deuten auf einen langfristigen strukturellen Wandel hin, der sich innerhalb der Stellenprofile vollzieht, unabhängig vom Automatisierungsgrad der Berufe.
Letzte Änderung 13.05.2026