Arbeitskräftemangel in der Schweiz nimmt zu

Bunte Männchen mit Fragezeichen auf dem Bauch

(25.03.2026) Die Schweiz sieht sich mit einem zunehmenden strukturellen Arbeitskräftemangel konfrontiert. Laut einer Studie der Konjunkturforschungsstelle (KOF) werden in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich rund 400'000 Arbeitskräfte fehlen.

Der demografische Wandel wird von 87% der 103 von der KOF befragten Ökonomen als Hauptfaktor genannt. Es folgen eine mangelnde Passung der Qualifikationen (63%) und der unzureichende Zugang zu ausländischen Arbeitskräften (43%). Eine niedrige Arbeitsbeteiligung wird nur von 26% der Befragten genannt, eine Lohnstarre von 9%. Fast 60% der Befragten widersprechen zudem der Aussage, dass die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank zu diesem strukturellen Mangel beigetragen habe.

Die Frage nach den Produktivitätseffekten spaltet die Ökonomen: 43% der befragten Expertinnen und Experten sind der Meinung, dass sich ein Arbeitskräftemangel positiv auf die Produktivität auswirke, während 36% negative Auswirkungen sehen. Hingegen herrscht weitgehend Einigkeit über die Rolle der Einwanderung. Fast drei Viertel der Teilnehmenden (73%) gehen davon aus, dass sie diesen strukturellen Mangel eher oder deutlich reduziere. Der Anteil unterscheidet sich jedoch je nach politischer Ausrichtung: 86% der linksgerichteten Ökonomen teilen diese Ansicht, wohingegen es bei den rechtsgerichteten Ökonomen 65% sind.

Was die zu ergreifenden Massnahmen angeht, sprechen sich die befragten Fachleute mehrheitlich für staatliche Massnahmen zur Stärkung der Erwerbsbeteiligung von Frauen (80%) und älteren Menschen (78%) sowie zur Förderung der beruflichen Weiterbildung (78%) aus. Auf Unternehmensebene werden die Verbesserung der Arbeitsbedingungen (94%) und die Erhöhung der Reallöhne (90%) als die wirksamsten Hebel angesehen.


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Letzte Änderung 25.03.2026

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