Beim Unternehmertum bleiben die Schweizer zögerlich

Ein Mann im Anzug steht vor einer offenen Tür.

(05.09.2018) Entrepreneurship ist immer noch nicht das Lieblingsthema der Schweizerinnen und Schweizer. Laut der jüngsten Ausgabe des Global Entrepreneurship Monitor, für dessen Schweizer Teil die Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HEG-FR) zuständig war, haben in den letzten drei Jahren nur 8,5% von ihnen eine eigene Firma gegründet. 

Trotz einer ausgereiften Kultur des Unternehmertums und sehr günstiger Bedingungen für Firmengründungen in der Schweiz ist dieser Durchschnittswert geringer als in vergleichbaren Ländern (9,2%). Im Vergleich zu 2016 hat sich das Ergebnis 2017 jedoch um 0,3% verbessert und seit 2015 sogar um 1,2%. 

Eine erfreuliche Feststellung: 67,6% der in der Schweiz gegründeten Unternehmen sind aus einer guten Idee oder einer guten Gelegenheit heraus entstanden. Dieses Ergebnis belegt die Motivation der Gründerinnen und Gründer, die auf hohe Wachstumsraten und die Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze hoffen. Noch eine positive Zahl: Nur 1,1% der Unternehmenden mussten ihr Projekt wieder aufgeben. 

Von den 18- bis 24-Jährigen sind nur wenige an der Unternehmensgründung interessiert. In dieser Altersgruppe stehen nur 3% an der Spitze eines Unternehmens, womit die Schweiz von 24 Ländern mit einer vergleichbaren Wirtschaft auf dem vorletzten Platz landet. Besonders hoch ist dieser Prozentsatz hingegen in Kanada (17,2%), in den USA (11,4%) und in den Niederlanden (11,2%). 

Die Studie der HEG-FR beschäftigte sich auch mit den Frauen in der Wirtschaft und stellt fest, dass ihr Engagement als Unternehmerinnen rückläufig ist. Von 22,9% im Jahr 2003 war der Anteil zunächst auf 50% zwischen 2011 und 2015 gestiegen, nun aber wieder auf 35,4% gefallen. Diese Situation ist teilweise auf die Finanzkrise von 2008 und die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen, die eine Tätigkeit im Angestelltenverhältnis attraktiver macht. 

In der Schweiz bleibt das Unternehmertum für 53% der Bevölkerung eine Option in der Wahl ihres beruflichen Werdegangs. Dieser Durchschnitt ist deutlich geringer als beispielsweise in den Niederlanden (81%) oder Kanada (65,6%). Und letztlich haben nur 10,5% der befragten Schweizerinnen und Schweizer wirklich die Absicht, in den kommenden drei Jahren ein Unternehmen zu leiten, während es in den anderen innovationsbasierten Volkswirtschaften durchschnittlich 15,2% sind.


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Letzte Änderung 05.09.2018

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