SNB-Entscheid: Exportrückgang erwartet

Grossaufnahme eines Frachtcontainers mit der Aufschrift Export

(04.02.2015) Infolge der Aufhebung der Kursuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) kündigt die Credit Suisse für 2015 ein Nullwachstum bei den Exporten an. Der Grossbank zufolge werden einige Branchen wie der Maschinensektor sogar einen Rückgang ihrer Ausfuhren verzeichnen.

Der starke Franken wird sich nachteilig auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrien auswirken. Die Credit Suisse hebt dennoch zwei Faktoren hervor, die diese Effekte abmildern könnten: die Qualität der Schweizer Produkte und das Wirtschaftswachstum in den USA, Grossbritannien und den meisten asiatischen Ländern.

Die Bank geht ausserdem von einer Zunahme des "Einkaufstourismus" in den Nachbarländern aus. Für 2015 könnten die Importe im Zuge des Einkaufstourismus einen Wert von mehr als CHF 2 Milliarden erreichen und rund 0,6% des privaten Konsums ausmachen. Insgesamt prognostiziert die Credit Suisse einen Importanstieg um 2%. In Kombination mit den stagnierenden Exporten könnte die Handelsbilanz somit von CHF 53 Milliarden auf rund CHF 40 Milliarden sinken.

Hinsichtlich der Wirtschaftslage in der Schweiz korrigiert die Credit Suisse ihre Wachstumsprognosen nach unten und geht nun von einem Wachstum von 0,8% anstatt 1,6% aus. Das Risiko einer Rezession wird dennoch praktisch ausgeschlossen. Im Jahr 2016 dürfte das Wirtschaftswachstum dann wieder auf 1,2% ansteigen.

Die Folgen der Aufhebung des Mindestkurses werden auch auf dem Arbeitsmarkt zu spüren sein. Der Bank zufolge werden besonders der Tourismus und der Detailhandel betroffen sein. Die Unternehmen, die im Export von Produkten aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie tätig sind, werden es mit schrumpfenden Margen zu tun haben.

Die pharmazeutische und chemische Industrie sowie die Uhrenindustrie werden weniger darunter leiden, was unter anderem den bereits sehr hohen Margen zu verdanken ist. Die binnenmarktorientierten Branchen werden die direkten Auswirkungen des starken Franken dagegen voraussichtlich ausgleichen können. Die Credit Suisse nennt hier insbesondere den Bausektor, das Gesundheitswesen, die Pflegedienstleistungen und die Telekommunikationsdienste.


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Letzte Änderung 27.09.2019

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