Ende der Kursuntergrenze: Verlangsamtes Wirtschaftswachstum erwartet

Grossaufnahme eines Einfränklers und einer 1-Euro-Münze, die nebeneinander auf einer 10-Franken-Note liegen

(21.01.2015) Die Aufhebung des Mindestkurses von CHF 1,20 für EUR 1 wird in der Schweiz 2015 und 2016 keine Rezession, aber ein geschwächtes Wirtschaftswachstum zur Folge haben. Das Institut BAKBASEL prognostiziert einen Verlust von 1,5 bis 2 Prozentpunkten Wachstum bei einem Wechselkurs knapp oberhalb der Parität.

Das Basler Institut musste seine Prognosen infolge des Entscheids der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Januar für die Aufhebung des Mindestkurses von CHF 1,20 zum Euro ändern. Es erstellte neue Szenarien für 2015 und 2016 basierend auf einem bei CHF 1,05 für EUR 1 stabilisierten Wechselkurs. Denn die Schweizer Wirtschaft wird es in den kommenden Jahren mit einem viel stärkeren Franken zu tun haben; auf eine Rückkehr zum Kurs von CHF 1,20 ist nicht zu hoffen.

Neben dem geschwächten Wachstum wird sich in der Schweiz auch eine steigende Arbeitslosigkeit bemerkbar machen. BAKBASEL rechnet für 2016 mit einer Quote von durchschnittlich 3,6 - 3,8%, anstelle der aktuellen 3,1%.

Der grösste Effekt des Wechselkurses bleibe die Auswirkung auf den Aussenhandel, wie das Institut betont. Mit dieser abrupten Aufwertung des Franken werden die Exportunternehmen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Branchen, die preissensitive Produkte anbieten, also der Dienstleistungssektor und besonders der Tourismus, werden ebenfalls unter diesen Veränderungen leiden.

Die Pharmaindustrie sowie alle anderen Branchen mit festen Preisen werden es ihrerseits mit schrumpfenden Margen zu tun bekommen. BAKBASEL hebt zudem die Schwierigkeiten hervor, die für besonders stark auf Europa fokussierte Exportzweige wie den Maschinenbau erwartet werden. Nicht zuletzt hebt das Forschungsinstitut noch die Folgen des wieder zunehmenden Einkaufstourismus für den Detailhandel hervor.


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Letzte Änderung 27.09.2019

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