"Innosuisse steht für Kontinuität der KTI"

Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, ist seit dem 1. Januar 2018 in Betrieb. Direktorin Annalise Eggimann spricht über die Entstehung dieser neuen Organisation und erklärt, wie sie die KMU unterstützt.

Die Kommission für Technologie und Innovation-, KTI, gibt es nicht mehr. Zum ersten Januar 2018 wurde sie durch eine neue Agentur namens "Innosuisse" ersetzt. Wie die KTI fördert Innosuisse wissenschaftsbasierte Innovation in Unternehmen, indem sie die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft unterstützt. Für die Umsetzung ihrer Ziele stehen ihr verschiedene Instrumente zur Verfügung, von denen die KMU profitieren können. Ein Interview mit Direktorin Annalise Eggimann. 

Die KTI wurde durch Innosuisse ersetzt. Was ist der Grund für diese Änderung?

Annalise Eggimann: Im Vergleich zur KTI ist Innosuisse gegenüber dem Bund unabhängiger. Das führt zu einigen Verbesserungen. Zunächst einmal bekommen wir mit der neuen Struktur ein besseres Management, indem wir die strategischen und die operativen Aufgaben trennen. Dann ermöglicht sie eine engere Zusammenarbeit mit Organisationen für Forschungsförderung, insbesondere mit dem Schweizerischen Nationalfonds für wissenschaftliche Forschung. Und wir haben bei Innosuisse mehr finanzielle und organisatorische Flexibilität. Von nun an besteht die Möglichkeit, mit bis zu 10% unseres Jahresbudgets finanzielle Rücklagen aufzubauen und Drittmittel einzuwerben. Diese höhere Flexibilität ist entscheidend, um im Bereich der Innovation effizient zu sein. 

Welche Misson hat Innosuisse?

Eggimann: Die Schaffung von Innosuisse ist keine Revolution, sondern sie steht für Kontinuität. Sie hat die gleiche Mission wie die KTI: die Förderung wissenschaftsbasierter Innovation. Wir verfügen dabei über mehrere Instrumente. Die Wirtschaft braucht die Wissenschaft, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Wir gewähren Zuschüsse für Projekte, die gemeinsam von Forschern und Unternehmen entwickelt werden. Die Gelder für das Projekt erhält das Forschungsinstitut. Das Partnerunternehmen wird nicht direkt finanziell unterstützt, profitiert aber davon, da es die Ergebnisse der Forschung nutzen kann. 

Welche anderen Instrumente stehen den Unternehmen zur Verfügung?

Eggimann: Wir bieten Coaching für Start-up an, zum Beispiel um die Realisierbarkeit eines Konzepts zu prüfen oder ihre Strategie für die Markterschliessung zu entwickeln. Ebenso können bereits bestehende KMU, die ein Innovationsprojekt planen, Unterstützung durch einen Mentor erhalten. Konkret funktionieren diese Beihilfen wie ein "Voucher": Die ausgewählten Unternehmen erhalten einen Gutschein über eine bestimmte Summe. Mit diesem können sie sich aus einer Gruppe von zugelassenen Experten ihren Coach frei aussuchen. Ausserdem bieten wir für KMU, die eine innovative Idee haben und die Machbarkeit von einem Partner aus der Wissenschaft prüfen lassen wollen, sogenannte "Innovationsschecks" an. 

Welchen Platz haben die KMU im Ansatz von Innosuisse?

Eggimann: Die KMU spielen eine sehr wichtige Rolle. Sie schaffen den Grossteil der Arbeitsplätze in unserem Land. Wir wollen sie unterstützen, damit sie in der Lage sind, die aktuellen Herausforderungen zu meistern, zum Beispiel die Digitalisierung der Wirtschaft, den Klimawandel oder die alternde Bevölkerung. Unsere Unterstützung bleibt dabei nicht allein den KMU im Technologie-Sektor vorbehalten. Das Angebot gilt für alle Wirtschaftszweige. Ein KMU kann sich beispielsweise an uns wenden, um im Rahmen einer Neuausrichtung seines Geschäftsmodells oder seiner Marketingstrategie die Meinung eines Experten einzuholen. 

Welche Projekte verfolgt Innosuisse in der internationalen Zusammenarbeit?

Eggimann: Die neue Agentur plant, ihre Anstrengungen in diesem Bereich auszubauen. Im Hinblick auf die KMU hat Innosuisse die operative Verantwortung für die Organisation Enterprise Europe Network (EEN) übernommen. Über Innosuisse und seine "EEN advisors" haben die Schweizer Unternehmen Zugang zu diesem globalen Netzwerk (in mehr als 60 Ländern präsent, A.d.R.), das auf die Förderung von KMU spezialisiert ist. Die Berater können ihnen insbesondere dabei helfen, sich besser zu positionieren, um KMU-Beihilfen aus dem europäischen Programm Horizon 2020 zu erhalten.


Informationen 

Zur Person/Firma

Innosuisse Innovation Voucher Forschung

Annalise Eggimann ist die Direktorin von Innosuisse. Nach dem Erwerb des Anwaltspatents an der Universität Bern arbeitete sie in der Industrie, bevor sie zum Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung wechselte. 2006 kam sie zum Bundesamt für Kommunikation, wo sie unter anderem den Posten der Vizedirektorin innehatte. Die nächste Station in ihrem Werdegang war die Kommission für Technologie und Innovation (KTI), bei der sie 2015 als Geschäftsführerin einstieg.

Letzte Änderung 21.02.2018

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