"Swissdec bringt Geld- und Zeitersparnis"

Kambly hat 2009 das elektronische System zur Übertragung von Verwaltungsdaten Swissdec eingeführt. Generalsekretär Rudolf Winzenried erklärt die Gründe für diese Entscheidung. 

Der Biscuithersteller Kambly mit Sitz in Trubschachen im Kanton Bern beschäftigt Mitarbeitende im Umfang von 410 Vollzeitäquivalenten. Seit 2009 übermittelt das Unternehmen die Daten zu seinen Angestellten mit Hilfe der Plattform Swissdec elektronisch an die Behörden und Versicherungen. Rudolf Winzenried, Generalsekretär von Kambly, bringt die Vorteile dieses Systems auf den Punkt. Und spricht bei dieser Gelegenheit auch über die grössten Herausforderungen von Kambly in den letzten Jahren. 

Warum haben Sie sich für die Nutzung von Swissdec entschieden?

Rudolf Winzenried: Wir haben Swissdec 2009 eingeführt. Zuvor hatten wir unsere Personaldaten jeweils getrennt an die verschiedenen Einrichtungen, also die öffentlichen Verwaltungen und die Versicherungen, übermittelt. Das war mit viel Arbeit verbunden. Die Abläufe für die Steuerverwaltung waren nicht dieselben wie bei der SUVA, die wiederum einen anderen Bedarf hatte als die übrigen Versicherungen. Wir haben uns für das Swissdec-System entschieden, weil es die Verwaltungsarbeit im Personalbereich vereinfacht. Jetzt werden alle Daten einheitlich elektronisch verarbeitet. 

Wie läuft die Nutzung dieses Dienstes konkret ab?

Winzenried: Am Ende oder am Anfang eines Jahres übermitteln wir über die Plattform die Informationen, die für die Sozialbeiträge (AHV, FAK, UVG, UVGZ, KTG) benötigt werden, sowie sämtliche Lohnausweise für die Behörden. Wir nutzen Swissdec auch, um die vom Bundesamt für Statistik angefragten Daten zu übermitteln – einmal pro Quartal für die Beschäftigungsstatistik und alle zwei Jahre für die Lohnstrukturerhebung. 

Welche Bilanz ziehen Sie aus dieser Umstellung?

Winzenried: Dank der Vereinfachung der Verfahren durch Swissdec sparen wir viel Zeit und die Kosten sind erheblich gesunken. Ich schätze, dass die betreffenden Abläufe früher fünf bis zehn Mal so lange gedauert haben. Ausserdem findet auch keine manuelle Übertragung der Daten mehr statt, weil alles auf elektronischem Wege erfolgt. Somit ist die Fehlerquote sehr niedrig. 

Welche weiteren Massnahmen haben Sie getroffen, um das Verwaltungsmanagement und die Personalabteilung des Unternehmens zu modernisieren?

Winzenried: Seit mehr als zehn Jahren arbeiten wir nach dem Management-Modell der European Foundation for Quality Management. Dieser europäische Standard beschränkt sich nicht auf die finanzielle Seite, sondern betrachtet das Unternehmen in seiner Gesamtheit. Er schliesst alle Akteure mit ein – die Beschäftigten, die Kunden und Konsumenten, aber auch die Umwelt, die Gesellschaft und die breite Öffentlichkeit. In diesem Rahmen definiert jeder Verantwortliche die Verfahren in seinem Bereich. Die Abläufe sind standardisiert und stützen sich auf Checklisten. Wenn wir zum Beispiel einen neuen Mitarbeiter einstellen, ist alles schon entschieden: was vorzubereiten ist, was er am ersten Tag machen wird und vieles mehr.

Die Verfahren werden mindestens einmal pro Jahr überprüft. Alle zwei Jahre führen wir eine Zufriedenheitsumfrage bei den Mitarbeitern durch. Das ist die Basis für eine Verbesserung der Abläufe im Betrieb. Wir versuchen, die Verwaltungsarbeit fortwährend zu optimieren. Der nächste Schritt ist eine bessere Integration des IT-Systems. 

Wodurch hebt sich Kambly von anderen Unternehmen ab?

Winzenried: Mit mehr als CHF 160 Millionen Umsatz pro Jahr ist Kambly der grösste Schweizer Biscuit-Fabrikant. Wir sind in mehr als 50 Ländern präsent und erzielen die Hälfte unserer Einnahmen im Ausland. Unsere gesamte Produktion erfolgt in der Schweiz. Wir entwickeln regelmässig neue Biscuits, für die Marke Kambly, aber auch im Auftrag von Kunden. Alle Kreationen werden in Handarbeit von Konditormeistern entwickelt und dann für die Massenherstellung so angepasst, dass das gleiche Ergebnis erzielt wird. 

Was waren die wichtigsten Entwicklungen in den letzten Jahren?

Winzenried: Auf den Exportmärkten litten wir unter der Aufwertung des Schweizer Franken und unter Preiserhöhungen bei einigen Rohstoffen. Als Reaktion darauf haben wir massiv investiert, um die Effizienz und die Produktivität unseres Produktionsstandortes in Trubschachen im Emmental zu erhöhen. 

Wie sehen vor diesem Hintergrund die Perspektiven für das Unternehmen aus?

Winzenried: Ab dem kommenden Jahr werden wir einen zweiten Produktionsstandort in Süddeutschland haben, wo wir einen Teil der für den Exportmarkt bestimmten Produkte herstellen werden. Wir hoffen, dass wir dadurch neue Märkte erschliessen können, insbesondere in Europa, im Mittleren Osten und in Asien.


Informationen 

Zur Person

Rudolf Winzenried, Generalsekretär des Biscuitherstellers Kambly in Trubschachen

Rudolf Winzenried ist seit 2007 Generalsekretär von Kambly. Als Mitglied der Geschäftsführung ist er unter anderem für die Unternehmenskommunikation und das Risikomanagement zuständig. Zuvor hatte Rudolf Winzenried, der seinen Abschluss als Rechtsanwalt an der Universität Bern erwarb, das Unternehmen VMS Menu Service gegründet und geleitet (2004-2007) und war CEO der Valser Mineralquellen AG (1996-2004).

Letzte Änderung 27.09.2019

Zum Seitenanfang

https://www.kmu.admin.ch/content/kmu/de/home/aktuell/interviews/2016/swissdec-bringt-geld-und-zeitersparnis.html