Zweiter Exportrückgang in Folge im Januar

(02.03.2022) Der Aussenhandel der Schweiz entwickelte sich in den beiden Handelsrichtungen stark gegenläufig. Laut Angaben des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) kam es im Januar zu einer Stagnation der Exporte (saisonbereinigter Rückgang um 1,5%), während die Importe deutlich zulegten (Anstieg um 7%).
Der Handelsüberschuss beläuft sich im Januar 2022 auf CHF 2,2 Milliarden, während es im Dezember 2021 noch CHF 3,7 Milliarden waren. Damit handelt es sich um den geringsten Überschuss seit Februar 2020. Diese Entwicklung ist insbesondere auf eine deutliche Erhöhung der Preise bei den Einfuhren und einen Rückgang bei den Ausfuhren zurückzuführen.
Aufgrund der Teuerung verzeichneten die Energieträger zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 einen Preisanstieg von 43,1% (+CHF 557 Millionen). Produkte der chemisch-pharmazeutischen Industrie wurden um 11,9% teurer (+CHF 556 Millionen).
Die Importe aus Europa legten um 11,3% zu, diejenigen aus Nordamerika um 5,2%, wozu vor allem Kanada beitrug (+12,1%). Bei den Importen aus Asien kam es im Januar dagegen zu einer Stagnation.
Im selben Zeitraum exportierte die Schweiz Waren im Wert von CHF 20,9 Milliarden. Der Hauptgrund für den Rückgang der Exporte um 1,5% (zweiter Rückgang in Folge) sind die Ergebnisse der Sparte Chemie und Pharma (‑6,3%, also ‑CHF 721 Millionen). Auch die Ausfuhren von Produkten der Uhrenindustrie schrumpften den dritten Monat in Folge.
Wertmässig brachen die Exporte nach Nordamerika um 19,9% ein. Allein für die USA ist ein Minus von CHF 775 Millionen zu verzeichnen. Dagegen importierten Europa und Asien mehr Produkte aus der Schweiz, sodass dort ein Anstieg um 3,2% respektive 4,5% verbucht wurde.