Medtech-Branche mit guten Ergebnissen, aber kaum Neueinstellungen und weniger Investitionen

(30.09.2026) Die Schweizer Medizintechnikindustrie entwickelt sich recht gut: Laut der Studie des Dachverbands Swiss Medtech aus dem Jahr 2026 stieg ihr Umsatz in den letzten beiden Jahren um 5,5% pro Jahr und wuchs damit doppelt so schnell wie die Gesamtwirtschaft.
Die Medizintechnikbranche ist nach wie vor eine wichtige Säule der Schweizer Wirtschaft. Sie beschäftigt fast 72’000 Menschen in 1’400 Unternehmen, die im Jahr 2025 einen Exportumsatz von CHF 12 Milliarden sowie einen Handelsüberschuss von CHF 5,5 Milliarden erwirtschafteten – den drittgrössten des Landes. Mehr als die Hälfte des Handels entfällt auf Europa, das übrige Volumen zu je einem Viertel auf die USA und den Rest der Welt. Zudem reinvestiert die Medizintechnikbranche 12% ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, was sie zu einer der dynamischsten Branchen des Landes macht.
Swiss Medtech ist jedoch besorgt über einen allgemeinen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der Branche im Vergleich zu ihren Pendants in der Europäischen Union, in China und in den USA. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen halten die Schweiz für weniger attraktiv als noch vor fünf Jahren. In jüngster Zeit wurden netto nur 200 Arbeitsplätze geschaffen, gegenüber durchschnittlich 1’500 in den letzten zehn Jahren. Zudem sind die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Produktion deutlich zurückgegangen. Fast die Hälfte (43%) der befragten Unternehmen plant derzeit keine Investitionen – ein Rekordwert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2018.
Der Kostendruck stellt mittlerweile die grösste Herausforderung für die Schweizer Medizintechnikbranche dar. Die Unternehmen nennen Zölle und Bürokratie als besonders belastende Hindernisse. Demgegenüber bieten künstliche Intelligenz und Digitalisierung das grösste Potenzial für die Branche. Die hierfür erforderlichen digitalen Kompetenzen sind in der Schweiz jedoch nach wie vor begrenzt. Viele Unternehmen entscheiden sich daher dafür, dieses Know-how im Ausland aufzubauen, auch auf die Gefahr hin, dass die Wertschöpfung ins Ausland verlagert wird.