KMU zwischen Optimismus und Vorsicht

(26.08.2026) Für die kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz verbessert sich die Konjunkturlage in diesem Sommer leicht. Nach einem durchwachsenen Jahresbeginn stieg der Index Raiffeisen KMU PMI zwischen Juni und Juli 2026 von 49,4 auf 50,7 Punkte.
Nach zwei Monaten unter der 50-Punkte-Marke kehrt der Indikator in den positiven Bereich zurück und liegt wieder über der Wachstumsschwelle. Der Anstieg wird vor allem von den exportorientierten KMU getragen, deren Auftragsbestände zugenommen haben.
Drei der fünf Komponenten des Index haben sich im Juli erholt: Der Auftragsbestand stieg von 48,5 auf 51,9 Punkte, die Produktion von 49,2 auf 49,9 Punkte und die Lieferfristen von 51,4 auf 55,0 Punkte. Diese Signale könnten auf eine allmähliche Erholung hindeuten, auch wenn ähnliche Aufschwünge in den letzten Jahren oft nur von kurzer Dauer waren. Die Komponente «Beschäftigung» stagniert weiterhin unterhalb der Wachstumsschwelle (49,4 Punkte im Juli / -0,1 Punkte), während die Einkaufslager sogar um 4 Punkte zurückgingen (45,9 im Juli).
Eine Sonderumfrage unter KMU zeigt zudem, dass die Auftragsbestände in vielen Unternehmen nach wie vor begrenzt sind. Bei rund der Hälfte der befragten Unternehmen reicht das aktuelle Auftragsvolumen bei unverändertem Produktionstempo für weniger als zwei Monate. Exportorientierte KMU verfügen meist über Auftragsreserven, die zwei bis vier Monate abdecken, während Unternehmen, die hauptsächlich auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind, in der Regel auf längerfristig verteilte Aufträge zählen können.
Insgesamt bleiben die konjunkturellen Risiken hoch. Steigende Energiepreise, mögliche Beeinträchtigungen der wichtigsten Transportwege und geopolitische Spannungen im Nahen Osten sind Faktoren, die die Produktionskosten in die Höhe treiben und die Unsicherheiten verstärken können.