Industrie mit steigenden Energiekosten konfrontiert

(23.03.2022) Das Ende der Pandemie hat bei den KMU der Schweizer Industrie keine Euphorie ausgelöst. Der von der Bank Raiffeisen publizierte Index KMU PMI kletterte zwischen Januar und Februar 2022 von 47,4 auf 56,7 Punkte. Allerdings kann dieser Anstieg nicht verbergen, vor welchen Herausforderungen der sekundäre Sektor steht.
Nach den durch die Omikron-Variante ausgelösten Sorgen haben sich die Schweizer KMU rasch wieder erholt. Die Stimmung in der Branche ist gut, insbesondere da sich die Auftragsbücher füllen (diese Komponente stieg von 46,3 auf 57,7 Punkte) und das Produktionsvolumen zunimmt (von 42,3 auf 53,9). Selbst der Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv (von 46,2 auf 50,8).
Trotz einer hohen Zahl von Indikatoren im grünen Bereich bleibt die Lage für viele KMU jedoch angespannt. Die Lieferprobleme dauern an, vor allem bei elektronischen Komponenten. Die Lieferfristen haben sich in den letzten Wochen verlängert, was sich unmittelbar auf die Lagerkosten auswirkt. Viele Unternehmen bilden Lagerbestände, die ihr Kapital binden und somit ihre Liquidität belasten. In der Folge steigen tendenziell auch die Einkaufspreise.
Die steigenden Energiekosten haben ebenfalls negative Folgen für die industriellen KMU. Die Gaspreise erhöhten sich im Januar 2022 im Vergleich zum Dezember 2021 um 25%. Die besonders energieintensiven Branchen sind davon am stärksten belastet. Die KMU verfolgen daher genau, wie sich der Konflikt in der Ukraine entwickelt. Und nicht zuletzt drückt auch der starke Franken auf die Stimmung der Unternehmen.