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Der Schritt ins Unternehmertum

Wer als Unternehmerin oder Unternehmer Erfolg haben will, braucht mehr als nur eine "zündende Idee". Gefragt sind in erster Linie gesunder Menschenverstand, Geschäftssinn, viel Freude an der Arbeit und das nötige Quäntchen Glück.

Symbolbild für Unternehmerstart

Der Weg in die Selbstständigkeit ist kein Spaziergang. Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer arbeiten in der Regel weit mehr als Angestellte, kennen den ausgedehnten Familienurlaub nur vom Hörensagen und opfern dem Job obendrein auch noch einen Grossteil ihrer Freizeit. Ausserdem verdienen Unternehmerinnen und Unternehmer oftmals schlecht und tragen dabei erst noch die volle Verantwortung. All diesen Schattenseiten zum Trotz sind Sie dennoch glücklichere Menschen als Arbeitnehmende, dies zumindest belegen empirische Studien.

Unabhängig von Arbeitspensum und Einkommen sind Freierwerbende mit ihrer Arbeit zufriedener als Angestellte. Ob das auch für deren Lebenspartner gilt, bleibt offen. Eines aber scheint klar sein: Was Konfuzius vor 2'500 Jahren mit "der Weg ist das Ziel" formuliert hat, dürfte auch in der modernen Leistungsgesellschaft seine Gültigkeit haben. Unternehmenslustige Menschen interessiert in erster Linie der Weg und erst in zweiter Linie das Resultat.

Unternehmertypen gibt es viele

So unterschiedlich die Unternehmen und Geschäftsfelder, so verschieden sind auch die Fähigkeiten ihrer Gründer. Männer haben oft andere Stärken als Frauen, junge Menschen andere Schwächen als ältere.

Eines aber ist erfolgreichen Unternehmern gemeinsam: Sie haben viel Freude am Job. Diese Begeisterung versprühen sie bei den Kunden und Mitarbeiter. Enthusiasmus und Optimismus sind in der Tat sehr ansteckende Tugenden und wohl eine der wichtigsten Voraussetzungen um mit der eigenen Firma abzuheben. Unternehmerinnen und Unternehmer sind zudem für ihren starken Willen bekannt, verfügen über eine gesunde Risikobereitschaft und sie haben die Fähigkeit, Enttäuschungen rasch wegzustecken.

Verhandlungsgeschick, Organisationstalent und Improvisationsfähigkeit sind gerade in der ersten Phase einer Firmengründung Gold wert. Unternehmende müssen entscheidungsfreudig sein und Verantwortung delegieren können. Wer alles alleine machen will, ist über kurz oder lang überfordert.

Der Riecher für die richtigen Geschäftspartner, Mitarbeitende und Lieferanten ist in erster Linie Sache des gesunden Menschenverstandes. Dazu gehört auch die nötige Portion Glück. Nicht zu unterschätzen ist insbesondere ein intaktes Umfeld. Wer beruflich erfolgreich sein will, sollte sich privat auf ein solides Netzwerk abstützen können.

Was Firmengründerinnen und Firmengründer wissen sollten

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Über 99% aller hiesigen Betriebe beschäftigen weniger als 250 Vollzeitangestellte. Als Gründer eines Kleinunternehmens ist man hierzulande also in bester Gesellschaft.
Den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aber nie. Die Chancen, das erste Jahr zu überleben stehen bei gut 80%. Danach geht der Überlebenskampf aber erst richtig los, wie dies statistische Erhebungen des Bundes und der europäischen Nachbarländer zeigen. Fast die Hälfte aller neu gegründeten Betriebe existiert nach 4 Jahren nicht mehr. Etwas bessere Überlebenschancen haben dabei Start-ups im Industrie- und Gewerbesektor, etwas schlechtere jene aus dem Dienstleistungssektor.

Selbstständigkeit hat ihren Preis

Wer mit dem Gedanken spielt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, sollte sich keinen Illusionen hingeben: Überlange Tage und kurze Nächte gehören in den Erfahrungsfundus jedes Jungunternehmenden.

Doch damit nicht genug: Selbstständige scheitern mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den ersten 3 Jahren. Und verglichen mit Vollzeitangestellten geraten sie erst noch öfters in finanzielle Schwierigkeiten, wie eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) zeigt. Mehr als die Hälfte aller Familien, die unter der Armutsgrenze liegen, haben einen selbstständigen Haushaltvorsteher.

Finanziell schwierige Startphase

In den meisten Fällen erwirtschaften Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer im ersten Jahr Verluste, im zweiten Jahr versuchen sie ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften und erzielen erst im dritten Jahr den ersten Gewinn.

Die zentrale Frage lautet also: Wie viel Geld brauche ich während der Gründungs- und Aufbauphase für mich und meine Familie zum Leben? Und kann ich dieses Geld trotz den hohen Anfangsinvestitionen beiseite legen oder aus den laufenden Geschäften erwirtschaften? Wer sich ob all dieser Risiken nicht abschrecken lässt, hat die wichtigste Voraussetzung zum Unternehmertum: Selbstvertrauen.

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