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Wie findet man für sein KMU die ideale Rechtsform?

Wer ein Unternehmen gründen oder umstrukturieren will, muss sich für eine Rechtsform entscheiden. Aber nicht jede Rechtsform passt zu jedem Unternehmen.

Symbolbild eines Gesetzbuchs

In dieser Rubrik finden künftige Unternehmerinnen und Unternehmer alle wichtigen Informationen, um aus den verschiedenen Optionen diejenige Rechtsform auszuwählen, welche für ihre Firma am besten geeignet ist.

In der Schweiz haben KMU am häufigsten eine der folgenden vier Rechtsformen: Kollektivgesellschaft, Kommanditgesellschaft, Aktiengesellschaft (AG) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Personen- und Kapitalgesellschaften unterscheiden sich hauptsächlich in Bezug auf das eingegangene Risiko. Wer alle Risiken allein tragen will und kann sowie bereit ist, mit seinem Privatvermögen für allfällige Forderungen zu haften, kann sich einfach als Einzelfirma im Handelsregister eintragen lassen. Unternehmende, die mit Kolleginnen oder Kollegen starten, sind dagegen mit der Gründung einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft besser beraten.

Wer finanziell weniger Unternehmerrisiko eingehen will, beschränkt dies durch die Gründung einer Kapitalgesellschaft auf einen bestimmten Betrag. Etwa mittels einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder einer Aktiengesellschaft (AG). Auch als Verein oder Genossenschaft kann man eine unternehmerische Tätigkeit aufnehmen.

Folgende Kriterien sollten beim Entscheid berücksichtigt werden:

  • Kapital: Gründungskosten, Kapitalbedarf und vorgeschriebenes Mindestkapital sind je nach Rechtsform verschieden. Gerade der Kapitalbedarf des laufenden Jahres und der nächsten 3 bis 5 Jahre sollte in die Überlegungen einfliessen.
  • Risiko/Haftung: Als Faustregel gilt: Je höher das Unternehmerrisiko oder der finanzielle Einsatz, desto mehr spricht für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
  • Unabhängigkeit: Je nach Rechtsform ist der Handlungsspielraum mehr oder weniger stark begrenzt. Wer ein Unternehmen gründet, muss entscheiden, ob er alleine oder mit Partnern arbeiten will und ob er reine Kapitalgeber oder mitgestaltende Partner vorzieht.
  • Steuern: Je nach Gesellschaftsform werden Geschäftseinkünfte und -vermögen des Unternehmens und des Eigentümers getrennt oder zusammen besteuert. Tendenziell werden hohe Gewinne bei Kapitalgesellschaften weniger hoch besteuert als bei Personengesellschaften oder Einzelunternehmungen.
  • Soziale Sicherheit: Gewisse Sozialversicherungen sind je nach Rechtsform obligatorisch, freiwillig oder gar inexistent. So sind Inhaber einer Einzelfirma nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert, und der Beitritt in eine Pensionskasse ist freiwillig. Bei AG und GmbH hingegen gelten auch geschäftsführende Unternehmende als angestellt und sind somit sozialversichert.

Einzelfirma: Die beliebteste Rechtsform für Gründer

Unter Gründerinnen und Gründern ist die Einzelfirma eine der beliebtesten Rechtsformen. Aus rechtlicher Sicht ist sie dann ratsam, wenn eine natürliche Person alleine eine kaufmännische Tätigkeit ausübt, also ein Geschäft bzw. eine Firma betreibt.

Einfache Gesellschaft: Gründung auf Zeit

Die einfache Gesellschaft ist die einfachste Form einer Personengesellschaft. Es ist die vertragsmässige Verbindung von zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln. Einfache Gesellschaften werden in der Regel nur für eine gewisse Zeit gegründet.

Die Kollektivgesellschaft im Überblick

Schliessen sich zwei oder mehrere natürliche Personen zusammen, um gemeinsam eine nach kaufmännischen Regeln geführte Firma zu betreiben, spricht man von einer Kollektivgesellschaft. Wie bei der Einzelfirma muss der Name einer oder mehrerer Gesellschafterinnen oder Gesellschafter in der Firmenbezeichnung enthalten sein.

Die Kommanditgesellschaft im Überblick

Die Kommanditgesellschaft spielt in der Schweizer Unternehmenslandschaft nur eine untergeordnete Rolle. Um eine solche Gesellschaft zu gründen, sind zwei oder mehrere natürliche Personen nötig.

Vorteile der Aktiengesellschaft

Eine Aktiengesellschaft kann durch eine oder mehrere natürliche oder juristische Personen gegründet werden. Diese bringen ein bestimmtes Kapital ein, das in Teilsummen (die Aktien) zerlegt ist. Zusammen mit der Einzelfirma ist die Aktiengesellschaft (AG) in der Schweiz die häufigste Rechtsform. Sie bringt auch für Kleinunternehmen viele Vorteile mit sich.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine Mischform aus Aktien- und Kollektivgesellschaft. Dank des geringen Minimalkapitals von lediglich CHF 20'000 erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit.

Genossenschaft: Für wen eignet sich die Rechtsform?

Bei der Genossenschaft steht der Gedanke der Förderung und der wirtschaftlichen Selbsthilfe im Vordergrund, etwa beim Bau oder Kauf von Wohnobjekten. Auch eine unternehmerische Tätigkeit kann unter der Rechtsform einer Genossenschaft aufgenommen werden.

Verein: Gewerbe ohne Gewinnorientierung

Auch ein Verein kann ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betreiben, muss dabei aber einen "idealen Zweck" verfolgen. Wer mit einem Verein geschäftlich tätig sein will, muss diesen zwingend ins Handelsregister eintragen. Der Vereinszweck darf gemäss Zivilgesetzbuch jedoch nicht gewinnorientiert sein.

Die wichtigsten Merkmale einer Stiftung

Mit Stiftungen wird Vermögen für einen fest bestimmten Zweck verselbstständigt. Die Stiftung ist eine juristische Person, die über das verantwortliche Organ (Stiftungsrat) handelt. Sie wird durch eine notarielle Urkunde oder ein Testament errichtet. Sie muss - ausgenommen die Familienstiftung und die kirchliche Stiftung - ins Handelsregister eingetragen werden.

Siehe auch:


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