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Marketing: Vorteile der KMU gegenüber multinationalen Unternehmen

In Kleinunternehmen ist das Marketingbudget zwar knapp, aber mit etwas Fantasie kann man viel von sich reden machen.

Auch die kleinste Firma braucht eine Marketingstrategie. Je nachdem, ob Produkte von Coca-Cola oder einem kleinen Schweizer KMU verkauft werden sollen, sieht die Strategie jedoch ganz anders aus. Folgende Faktoren zwingen KMU oftmals, einen anderen Ansatz zu wählen als Grosskonzerne:

  • Budget. Bei einem Kleinbetrieb ist das Budget knapp bemessen. Die mehreren Hunderttausend Franken, die ein grosser Konzern für eine einzige Werbekampagne aufbringen kann, stellen in einem KMU das Marketingbudget für ein ganzes Jahr dar.
  • Personal. In der Regel beschäftigen Grosskonzerne einen Marketingdirektor und verfügen über ein ganzes Team von Angestellten, die für Verkauf, Werbung und soziale Medien zuständig sind. Für all diese Aufgaben ist in einem KMU hingegen meist nur eine Person zuständig: der Chef. Die Werbemassnahmen sind ein Bereich, um den er sich nebst allen anderen Pflichten kümmert.
  • Externe Agentur. Für ihre Werbekampagnen können sich Kleinunternehmen die Dienste einer Werbeagentur meistens nicht leisten. Trotz beschränkter Mittel empfiehlt es sich aber, Teilbereiche wie die grafische Gestaltung von Plakaten oder die Einrichtung eines Online-Shops an einen Profi zu delegieren.
  • Image. Grosskonzerne können sich Werbekampagnen leisten, die einzig und allein der Imagepflege dienen und die Produkte des Unternehmens nicht einmal nennen. Nicht so ein KMU: Um seine Kosten zu decken, muss es grundsätzlich dafür sorgen, dass jede Werbemassnahme den Umsatz erhöht.

KMU haben auch Vorteile

Kleine Unternehmen geniessen gegenüber grossen Firmen auch gewisse Vorteile:

  • Nähe zum Kunden. Oftmals geben Multis beträchtliche Summen für Kundenumfragen aus. Da hat es der Chef eines kleinen oder mittleren Betriebs leichter: Der direkte, alltägliche Kontakt mit seinen Kunden beschert ihm ständigen, kostenlosen Zugang zu seiner Zielgruppe.
  • Persönlicher Umgang. Moderne Konsumenten wollen persönlich betreut werden und erwarten, dass Sie ihren Geschmack und ihre Vorlieben kennen und ihnen massgeschneiderte Güter oder Dienstleistungen anbieten. Auch in dieser Hinsicht sind KMU klar im Vorteil.
  • Flexibilität. Für kleine Unternehmen ist das Internet eine einzigartige Chance, sich zu profilieren. Weil sie flexibler sind und weniger hierarchische Hürden überwinden müssen, können sie die neuen Instrumente (soziale Netzwerke, Blogs, E-Mail usw.), die gewöhnlich erst noch gratis sind, vollumfänglich nutzen.

Erfolg trotz knapper Mittel

Die teuersten Marketingkampagnen sind nicht immer die besten. Mit etwas Phantasie und Kreativität kann ein KMU bezogen auf seine Grösse unverhältnismässig viel Aufmerksamkeit auf seine Produkte lenken. Dazu einige Beispiele:

  • 2006 produzierte ein kleiner amerikanischer Mixer-Hersteller auf Youtube eine Video-Reihe mit dem Titel "Will it blend?", in der Firmenchef Tom Dickson Objekte, die dafür gar nicht vorgesehen sind (ein iPhone, Skier, einen Turnschuh), im Nu kleinhäckselt. Mittlerweile wurden diese Videos über 200 Millionen Mal aufgerufen.
  • Der französische Online-Schuh-Shop Sarenza sorgte für weltweite Aufmerksamkeit, als er eine nationale Stöckelschuh-Meisterschaft organisierte. Seither haben mehrere Länder diese High-Heels-Rennen kopiert.
  • Das Skigebiet Thyon 4 Vallées verhalf sich zu Visibilität, indem es über einen Wettbewerb einen Freiwilligen suchte, der zwei Wochen in einem Iglu verbringen sollte. Der Aufenthalt dieses "Eskimos" wurde ausgiebig gefilmt und auf Facebook und Youtube gepostet.

Quellen: Small Business Marketing Kit for Dummies, Barbara Findlay-Schenck, John Wiley & Sons, Inc, 2012;


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