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Smartphone-Apps gewinnbringend nutzen

Die Zahl der mobilen Applikationen für Unternehmen (Business-Apps) nimmt rasch zu. Für wen sind die neuen Tools gedacht und wie kann man sie in der eigenen Firma nutzen?

Nachdem sie die Kommunikations- und Unterhaltungsgewohnheiten revolutioniert haben, sind Smartphones und Tablet-PCs nun auch in der Berufswelt auf dem Vormarsch. Immer mehr Softwareentwickler bieten Applikationen, die speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten sind. Vom gemeinsamen Zugriff auf Dokumente über integrierte Managementlösungen bis zur Abwicklung von Rechnungen weitet sich das Angebot in hohem Tempo aus.

"Die mobilen Technologien können besonders für Unternehmen von hohem Nutzen sein, deren Angestellte häufig unterwegs sind", erklärt Stéphane Koch, Berater für Internetstrategien und Gründer der Firma Intelligentzia in Genf. "Nehmen Sie zum Beispiel einen Reparaturdienst: Die Beschäftigten, die im Service vor Ort eingesetzt sind, können ihre Termine auf ihrem Smartphone abrufen und in Echtzeit Bericht erstatten. Die Zentrale kann die Terminpläne so zusammenstellen, dass es möglichst wenig Leerlauf gibt und die verfügbaren Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden, auch in Abhängigkeit von der Verkehrslage. Von der Polizei und einigen Sicherheitsdiensten wird diese Art von Apps bereits genutzt."

Insgesamt setzen sich Smartphones und Tablets immer mehr als Ergänzung zum PC durch. "Die Mobilgeräte werden die traditionelle Büroausrüstung nicht ersetzen", meint Stéphane Koch. "Doch in bestimmten Situationen wie im Zug oder im Flugzeug, wo es nicht sehr praktisch ist, einen 15-Zoll-Laptop rauszuholen, kann man damit Zeit sparen." Neben elektronischen Nachrichtendiensten gibt es inzwischen auch mobile Applikationen für Notizen (z.B. Evernote oder Dragon Dictation), für den Austausch von Dokumenten (z.B. Dropbox), die Überarbeitung von Texten oder Präsentationen (z.B. Quickoffice) oder die Verkaufskontrolle (z.B. Salesforce Mobile).

Angesichts der Fülle des Angebots und der Qualitätsunterschiede hat Swisscom die Plattform KMU Business World lanciert, die eine Auswahl von Mobile Apps für KMU bereitstellt. In dem Online-Shop findet man unter anderem die App Tweasy, mit der man Kunden zum Beispiel über Aktionsangebote informieren kann, Verwaltungssoftware europa3000 sowie Mobile Team, eine Applikation für die Organisation der Zusammenarbeit mit mobilen Mitarbeitenden.

"Die mobile Kommunikation ist heute zum Teil so komplex, dass viele Angestellte keine Zeit mehr haben, sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren", beklagt Tobias Schmidt von der deutschen Firma BPS International, die Mobile Team in Zusammenarbeit mit Swisscom entwickelt hat. "Wir sind bemüht, die Arbeitsorganisation in den KMU effizienter zu gestalten. Mit Mobile Team kann man auf einer Karte sehen, wo sich die Mitarbeiter befinden, Aufgaben zuteilen und die gesamte Kommunikation inklusive SMS steuern. Alles über dieselbe Benutzeroberfläche."

Stéphane Koch weist darauf hin, dass es auch von Vorteil sein kann, eine massgeschneiderte App für das eigene Unternehmen entwickeln zu lassen: "Man muss sein Auftragsbuch genau unter die Lupe nehmen und herausfinden, ob eine mobile Applikation den einen oder anderen Prozess optimieren könnte. Das ist nicht immer der Fall, aber einige Firmen können ganz klar von einer personalisierten Lösung profitieren." Die Entwicklung einer App könne leicht zwischen CHF 20'000 und CHF 100'000 kosten, so der Experte. Bei den bereits verfügbaren Applikationen gibt es sehr unterschiedliche Zahlungsmodelle: Einige sind kostenlos, andere werden je nach Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer berechnet, wieder andere, wie auch Mobile Team, werden von den Kunden gemietet (CHF 16 pro Monat und Benutzer).

Bei vielen Apps werden die Daten der Unternehmen in der Cloud gespeichert, also auf Servern eines externen Dienstleisters, der sich mitunter ausserhalb der Schweiz befindet. Dieses Outsourcing bietet zwar den Vorteil, die Kosten für den Betrieb der Server zu senken und von jedem beliebigen Gerät Zugang zu seinen Daten zu haben, doch es wirft auch viele Fragen zum Thema Sicherheit auf: Werden die Informationen über das Unternehmen und seine Kunden ausreichend geschützt sein? "Die Sicherheit ist nach wie vor ein grosses Problem für die mobilen Technologien", gesteht Tobias Schmidt ein. "Bei Mobile Team werden die Daten nach den höchsten Standards gesichert und in unseren eigenen Räumlichkeiten gespeichert." Die Post hat ihrerseits ein neues Authentifizierungssystem für Mobile Apps mit dem Namen Post SuisseID Mobile Service lanciert. Der Managementsoftware-Entwickler Abacus aus Wittenbach (SG) nutzt das System bereits für seine iPad-App und garantiert darüber hinaus, dass die Daten in der Schweiz bleiben.

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Zuletzt aktualisiert am: 02.01.2013

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Das Apple-Betriebssystem iOS, Android von Google oder Windows Phone: Welche mobile Plattform ist für das Unternehmen die beste Wahl? "Die für Apple entwickelten Apps sind in der Regel besser geschützt und benutzerfreundlicher", erklärt Stéphane Koch, Berater für Internetstrategien und Gründer der Genfer Firma Intelligentzia. "Doch das Android-System bietet weiterhin mehr Flexibilität und Offenheit für die Entwickler." Natürlich sollte man auch berücksichtigen, welche Mobilgeräte die Beschäftigten bereits verwenden. Aus dem im März 2012 veröffentlichten Bericht IT-Markt geht hervor, dass iOS immer noch 84,1% des Schweizer Marktes abdeckt, aber zunehmend Anteile an Android verliert. Auch die neuen Tablets von Microsoft, die eine mobile Version von Microsoft Office enthalten, könnten die Marktanteile von Apple in den KMU gefährden.