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Die stärkere Berufsbezogenheit der Absolventinnen und Absolventen der Schweizer Fachhochschulen führt dazu, dass diese sehr häufig bei kleinen Firmen landen, wo sie schneller Karriere machen als ihre Mitstreiter mit Universitätsabschluss. Ein Erklärungsansatz.
Wie lässt sich nun diese Diskrepanz erklären? Der Dachverband Economiesuisse glaubt, dass sich die Fähigkeit der FH-Absolventen zu einer schnelleren Eingliederung ins Berufsleben bei den Unternehmen bezahlt macht. "Die Universitätsabsolventen brauchen mehr Zeit, um sich anzupassen", bemerkt Dominique Arlettaz, Rektor der Universität Lausanne. "Die FHs sind stärker berufsorientiert, daher bekommen die Absolventen schneller eine unbefristete Anstellung und sie klettern rascher auf der Karriereleiter nach oben." Knapp die Hälfte der Uni-Absolventen beginnt nach dem Abschluss eine postgraduale Weiterbildung, gegenüber 15,6% unter den FH-Absolventen. Diese starten also grösstenteils direkt ins Berufsleben.
Für wen entscheiden sich die KMU?
Haben die Unternehmen also auch eine Vorliebe für FH-Absolventen, die ja direkter auf die Arbeit vorbereitet sind? "Das Profil der Wunschkandidaten hängt von der Unternehmensgrösse ab", meint Dominique Arlettaz. "Eine kleine Firma wird am liebsten eine fertig ausgebildete und damit sofort produktive Person einstellen. Die grossen Firmen wünschen sich dagegen eher die breiter ausgebildeten Akademiker, die sie dann selbst speziell weiterbilden."
Diese Ansicht teilt auch Marc-André Berclaz, Präsident der Fachhochschule der Westschweiz: "Unsere Absolventen arbeiten hauptsächlich bei den KMU in der Nähe. Viele von ihnen haben bereits vor dem Studium bei genau demselben Unternehmen gearbeitet. Das erklärt auch zum Teil, warum sie nach dem Abschluss schneller in Kaderpositionen gelangen."
Die Firmengrösse ist auch ausschlaggebend dafür, dass das durchschnittliche Gehalt der Absolventen von Fachhochschule und Universität nahezu gleich ist (90'000 Franken, fünf Jahre nach Studienabschluss). Unterschiede bestehen vor allem hinsichtlich der Fachrichtung: Wirtschaftswissenschaftler verdienen den Berechnungen des BFS zufolge etwas mehr als 100'000 Franken, somit 20'000 mehr als Naturwissenschaftler oder Geistes- und Sozialwissenschaftler. Und die wirtschaftlich ausgerichteten Studiengänge versprechen auch die besten Aussichten auf einen beruflichen Aufstieg.
Laut Angaben von Economiesuisse ergab ein direkter Vergleich zwischen Fachhochschulen und Universitäten mit wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen für den Zeitraum 1999-2005, dass die FH-Absolventen ein um etwa 5% höheres Einstiegsgehalt bekamen. "Diese Zahlen belegen, dass die Wirtschaft ein Interesse am dualen Ausbildungssystem hat", erklärt Rudolf Minsch, Chefökonom des Verbandes. "Die Unternehmen zahlen denjenigen ein höheres Einstiegsgehalt, die sie für geeignet halten, eine bessere Arbeit zu leisten und mehr Gewinn zu bringen." Im Bereich der Forschung, wo ein Doktortitel oder Nachdiplomstudien stärker geschätzt werden, geben die Unternehmen weiterhin den Universitäten den Vorzug. "Eine Konkurrenz besteht bei etwa einem Viertel der Stellenangebote, genau genommen in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales", fasst Dominique Arlettaz zusammen. "Eine Firma, die einen Juristen sucht, wird sich nicht bei den Fachhochschulen umsehen; bei der Suche nach einem Designer ist es umgekehrt."
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