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Arbeitszeit in der Schweiz in 60 Jahren um einen Drittel gesunken


(18.04.2012) Die Arbeitszeit hat sich seit 1950 um einen Drittel verringert. Laut einer Studie der Konjunkturforschungsstelle KOF, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert wurde, arbeitete ein Angestellter 1950 durchschnittlich 2'400 Stunden pro Jahr, heute hingegen nur noch 1'600.

Für diese Entwicklung sind verschiedenen Faktoren ausschlaggebend. Erstens lag die Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten 1950 bei rund 50 Stunden, während es heute 42 Stunden sind. Zweitens gab es damals nur zwei Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr, heute dagegen fünf. Und drittens arbeiten heute 31% der Erwerbstätigen Teilzeit mit einer Beschäftigungsquote von unter 90%, was in den 50er Jahren nur auf 5% zutraf. Die Forscher meinen, dass der technische Fortschritt den Beschäftigten ermöglicht hat, dass ihren Forderungen nach kürzeren Arbeitszeiten entsprochen wurde.

Man darf in diesem markanten Rückgang jedoch keinen Widerspruch zur hohen Arbeitsbelastung und zu den immer häufigeren Burnout-Fällen sehen, von denen gegenwärtig die Rede ist. Im europäischen Vergleich arbeiten die Vollzeitbeschäftigten in der Schweiz sehr viel und die Intensität dieser Arbeit hat mit einigen veränderten Rahmenbedingungen wie dem Diktat der ständigen Erreichbarkeit zugenommen.

In den letzten zehn Jahren ist die Jahresarbeitszeit der Gesamtbevölkerung in der Schweiz so stark gestiegen wie seit den 50er Jahren nicht mehr. Diese Zunahme lässt sich damit erklären, dass einerseits dank der Personenfreizügigkeit wieder mehr qualifizierte Arbeitsplätze besetzt werden konnten und andererseits die Jahresarbeitszeit pro Beschäftigten nicht weiter gesunken ist.

Die Produktivität, also das Bruttoinlandsprodukt pro geleisteter Arbeitsstunde, hat sich ihrerseits seit der Ölkrise von 1973 bei einem Wachstum von 1,3% pro Jahr eingependelt. In den letzten zehn Jahren war das durchschnittliche Wachstum im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern äusserst niedrig, in den 80er und 90er Jahren jedoch höher als bisher angenommen.

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Zuletzt aktualisiert am: 18.04.2012

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