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Vorsicht vor dem "happy engineering"

Vorsicht vor dem "happy engineering"
Junge Unternehmerinnen und Unternehmer sind oft "verliebt in Technologien". Dies ist eine Qualität, aber auch ein Risiko. Denn diejenigen, die sich für Technik begeistern, tendieren auch dazu, sich eher an überflüssigen Details aufzuhalten, als die Markteinführung ihres Produktes zu planen.

Dieses Phänomen, auch "happy engineering" genannt, ist besonders in der Schweiz sehr verbreitet. Für Unternehmerinnen und Unternehmer, die die Tendenz haben, sich in technische Details zu flüchten, statt Kunden anzugehen, stellt dieses Phänomen eine echte Gefahr dar.

"Die Schweiz verfügt über hervorragendes Wissen, doch dessen praktische Umsetzung in Geschäftsopportunitäten lässt zu wünschen übrig", erklärt Faris Sabeti, Spezialist für Coaching an der Bundesförderagentur für Innovation (KTI).

Seiner Meinung nach entwickeln Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschulen gute Ideen, wenden sich aber nicht ausreichend dem Markt zu. Dabei sollten sie schon bei der Konzeption so schnell wie möglich auf potentielle Kunden zugehen, um bei der Fertigstellung ihres Produktes deren Feedback mit einschliessen zu können.

Eine solche Vorgehensweise verhindert nicht nur, Zeit in nutzlose Erfindungen zu stecken, sondern ermöglicht es auch zu überprüfen, ob gute Absatzchancen bestehen. "Innovation besteht nicht nur darin, neue Produkte zu schaffen, sondern auch darin Marktlücken zu erschliessen", ergänzt der Start-up-Spezialist.

Opportunitäten entstehen, wenn ein Mangel herrscht. Dies erklärt zum Beispiel den Erfolg der Anbieter von Internet-Telefonie (VoIP), wie Skype: Sie hatten "gespürt", dass in der kostenlosen Telefonie ein Zukunftsmarkt liegt, bevor sie ihr System entwickelt haben.

Die Schweizer Universitäten schotten sich ab, was die Gefahr des "happy engineering" noch verstärkt. Faris Sabeti zufolge sollte sich der Unterricht im Gegenteil multidisziplinär gestalten und dabei dem Beispiel Englands folgen, wo die wissenschaftlichen Fakultäten auch Businesskurse anbieten. "Man muss sich nicht gleich auf Finanzen oder geistiges Eigentum spezialisieren, einige Wochen Unterricht genügen", fügt er hinzu.

Venturelab zum Beispiel bietet spezielle Kurse für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer an. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ein Unternehmen gründen möchten, sollten den Kontakt zu Experten suchen, wie z.B. den Coachs der KTI, die jedes Jahr zwischen 60 und 75 neue Start-ups beraten.
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Zuletzt aktualisiert am: 29.05.2006

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