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Unternehmensgründung: Was sich bei den Steuern ändern muss

Unternehmensgründung: Was sich bei den Steuern ändern muss
"Im Bereich der Unternehmensbesteuerung sind wir echte Versager. Wenn das so weiter geht, sind bald sogar die skandinavischen Länder günstiger als die Schweiz!" Pierre Kladny, Präsident des Vereins Le Réseau, der die Gründung von neuen Unternehmen fördern soll, ist der Ansicht, dass sich die Steuerlage für die Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer in den letzten zwei Jahren verschlechtert hat. Hauptursache dieses Problems? Die Besteuerung der Gewinne und der Dividenden summiert sich und mitunter kommt noch eine Besteuerung der Kapitalgewinne hinzu.

"Wer ein eigenes Unternehmen in Form einer AG oder GmbH gründet, wird steuerlich regelrecht diskriminiert", erklärt er. "Wenn man die aktuellen steuerlichen Regelungen wörtlich anwendet, müssen mehr als die Hälfte der Einnahmen als Steuern zurückgezahlt werden, gegenüber durchschnittlich 40% bei Kaderangestellten eines grossen Konzerns."

Ausserdem sei der vormals pragmatische Fiskus unter dem Druck einiger linker Kreise sehr dogmatisch geworden. So werde es für junge, innovative Unternehmen immer schwieriger, mit den Behörden Vereinbarungen zu treffen, welche die Förderung ihrer Entwicklung bewirken. "Besonders deutlich zeigt sich das im Bereich der Mitarbeiteroptionen (Stock options), die die Schweiz als eines der letzten Länder bei der Vergabe statt bei der Ausübung besteuert", betont er.

Immer mehr Kantone sind sich der Dringlichkeit der Situation bewusst und planen, bald eine Teilbesteuerung der Dividenden einzuführen.

Zu diesen Problemen kommt laut Pierre Kladny ein weiteres hinzu: Das schweizerische Steuersystem ist mit Blick auf die verschiedenen Finanzierungsformen nicht neutral. So wird die Selbstfinanzierung, die jungen Firmen oft nicht zur Verfügung steht, im Vergleich zur Finanzierung durch Risikokapital aus der Schweiz begünstigt.

Wenn die Schweiz weiterhin wettbewerbsfähig sein will, muss sie ihre Politik der Unternehmensbesteuerung unbedingt gründlich überarbeiten, so Pierre Kladny. "Die Unternehmenssteuerreform II, die derzeit im Parlament diskutiert wird, geht in die richtige Richtung", gibt der Unternehmer zu. "Doch man sollte sich nicht zu früh freuen: Die Linke droht bereits mit einem Referendum... "
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Zuletzt aktualisiert am: 13.12.2006

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