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Noch keine dreissig und schon Unternehmer

Noch keine dreissig und schon Unternehmer
Laut der letzten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) war im letzten Jahr jeder sechste Unternehmer in unserem Land jünger als 30 Jahre, also insgesamt 48'000 von 555'000. 15% von ihnen leiteten eine Firma mit mehr als zehn Personen. Folglich stellt sich hinsichtlich der Arbeitsverhältnisse im Alltag eine Frage: Wie regeln diese jungen Führungskräfte die Beziehungen zu ihren oftmals älteren Mitarbeitern und Kunden?

Für David Sadigh, unter 30 und Mitbegründer einer Agentur, die sich auf Beratung im Online-Marketing spezialisiert hat, war sein junges Alter nie ein Problem, sondern eher ein Vorteil. "Meine Kunden treten niemals mit mir in Konkurrenz", betont er. "Der Vorteil einer relativ jungen Industrie wie der Web-Branche besteht darin, dass man gleichzeitig jung und erfahren sein kann: In dieser Branche verliert das Alter noch mehr an Bedeutung als anderswo."

Als typischer Vertreter der Start-up-Kultur stellt er den Anspruch, mit seinen etwa zehn Angestellten, die teilweise zehn Jahre älter sind als er, horizontale Beziehungen zu führen. "Vor dem Alter zählt zunächst die Kompetenz", hebt er hervor. "Wir versuchen, den individuellen Anteil so weit wie möglich zu reduzieren."

Nach Meinung seiner 38-jährigen Mitarbeiterin Claudia de Pretto, die selbst in sehr jungen Jahren verantwortungsvolle Posten innehatte, kann man sich in dieser Situation gut legitimieren, wenn man die Aufgaben, die man an andere delegiert, selbst ausführen kann. "Darüber hinaus muss man die Erfahrung der älteren Mitarbeiter anerkennen und wertschätzen und auf keinen Fall nur ihr Wissen abzapfen", erklärt sie weiter. Unabhängig vom Alter sollte die wichtigste Eigenschaft eines Chefs darin bestehen, aus den Kolleginnen und Kollegen das Beste herausholen zu können.

Laut einer amerikanischen Studie, die in der Zeitschrift Administrative Science Quarterly erschienen ist, hätten Altersunterschiede im Team sogar positiven Einfluss auf die Leistung und die Harmonie bei der Arbeit. So seien Konkurrenz und Vergleiche untereinander in homogenen Gruppen stärker ausgeprägt, was eher zu Spannungen führen könne, als dies in stärker gemischten Gruppen der Fall sei.
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Zuletzt aktualisiert am: 10.01.2007

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